Vorzeitiger Ferientag kostet 160 Euro

Um dem Stau zu Ferienbeginn zu entgehen oder um etwas Geld zu sparen, brechen manche Eltern schon vor dem Beginn der Schulferien mit ihrem Nachwuchs in den Urlaub auf.
Um dem Stau zu Ferienbeginn zu entgehen oder um etwas Geld zu sparen, brechen manche Eltern schon vor dem Beginn der Schulferien mit ihrem Nachwuchs in den Urlaub auf.
Foto: dpa

Menden..  Wer auf die Schulferien angewiesen ist, kennt die Unterschiede bei den Preisen von Flügen und Ferienwohnungen innerhalb oder außerhalb der Ferien. Kein Wunder also, dass manche Eltern die schulische Pause ihrer Sprösslinge bisweilen eigenmächtig verlängern. Doch hier drohen empfindliche Strafen.

Zuständig ist je nach Schulart entweder der Märkische Kreis (für Grund-, Haupt- und Förderschulen sowie Berufskollegs) oder die Bezirksregierung Arnsberg (Realschule, Gesamtschule, Gymnasien). „Nicht genehmigte Ferienverlängerungen meldet die Schulleitung an die Schulaufsicht“, erläutert Achim Richlik vom städtischen Team Schule und Sport. Beim Märkischen Kreis droht Eltern ein Bußgeld in Höhe von 150 bis 200 Euro, erläutert Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises. Sinnvoller sei es deshalb in jedem Fall, „vorher mit der Schule offen zu sprechen“.

Je nach Motivation für die vorzeitigen Ferien könnte die Schule zustimmen. Der Grund allerdings muss in der Regel schon sehr gewichtig sein, wie Maria Spiesen, stellvertretende Leiterin der Gesamtschule Menden, betont. Bleibt ein Schüler ohne Erlaubnis der Schule fern, „sprechen wir zunächst mit den Eltern und weisen auf die gesetzliche Lage hin“, erläutert Maria Spiesen. Im Wiederholungsfall drohe das Bußgeld.

Schüler, die schon einen Tag vor den Ferien der Schule fernbleiben oder die Auszeit eigenmächtig um einen Tag verlängern, müssen ein ärztliches Attest vorlegen, heißt es aus den Schulen. Sonst wird das Fernbleiben an den Märkischen Kreis beziehungsweise die Bezirksregierung gemeldet. Die konkrete Zahl der „Ferienverlängerer“ liegt beim Kreis für Menden nicht vor. Bei der Bezirksregierung sind für das vergangene Jahr zwei entsprechende Fälle registriert. Hinzu kommen vier weitere, in denen Kinder oder Jugendliche sich – unabhängig von den Ferien – der Schule verweigert haben, wie Christian Chmel-Menges, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg, erklärt.

Auch die Bußgelder, die die Bezirksregierung Arnsberg verhängt, können das Urlaubsbudget einer Familie stark belasten. So müssen im Fall der Fälle sowohl das Kind als auch die Eltern jeweils 80 Euro pro Tag berappen – also 160 Euro. Das gilt für die ersten drei Tage direkt vor und nach den Ferien. Bei längeren Fehlzeiten verändern sich die Summen, erklärt Christian Chmel-Menges. Zudem gibt es – abhängig von der sozialen Situation einer Familie – Spielräume hinsichtlich der Höhe der Bußgelder. „Die Gesamtzahl der Fälle ist durchaus überschaubar“, sagt Christian Chmel-Menges. „Es ist klar, dass wir nicht gerne ein Bußgeld verhängen, aber es geht um die Durchsetzung der Schulpflicht.“