Viele Sportvereine fühlen sich von Stadt stranguliert

Der Vorstand des Stadtsportverbandes: Wie können Mendener Sportvereine 100 000 Euro schultern?
Der Vorstand des Stadtsportverbandes: Wie können Mendener Sportvereine 100 000 Euro schultern?
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die meisten Vereinsvertreter empfanden es als regelrecht „strangulierende Kosten-Keule“. Im Sportbereich müssen 100 000 Euro aufgebracht werden. Nicht einmal eisernes Sparen ändert daran noch etwas.

Menden.. Die meisten Vereinsvertreter empfanden es als regelrecht „strangulierende Kosten-Keule“. Im Sportbereich müssen 100 000 Euro aufgebracht werden. Nicht einmal eisernes Sparen ändert daran noch etwas.

Es war fast schon ein verzweifeltes Ringen. Der Runde Tisch Sport, zum der Stadtsportverband und die WP eingeladen hatten, förderte am Freitagabend im Sportcasino auch ein paradoxes Ergebnis zutage: Es würde nicht einmal etwas nutzen, in der kühlen Jahreszeit die Hallentemperaturen abzusenken. Was in Städten wie Greven gelang, funktioniert in Menden nicht. Uli Menge, Abteilungsleiter Sport, sprach für die Stadt: „Wir haben technisch gar nicht die Möglichkeit, Spareffekte durch eine Temperaturabsenkung zu ermitteln.“

Eine glasklare Erkenntnis macht nunmehr den meisten Mendener Sportvereinen erheblich zu schaffen: Es müssen 100 000 Euro komplett in Geld gegenfinanziert werden.

Besonders gestraft sind die, die viel Kinder- und Jugendarbeit machen

„Besonders bestraft wird, wer viel Kinder- und Jugendarbeit macht“, hieß es etwa seitens eines Großvereins wie der HSG Menden-Lendringsen durch Peter Blankenhagen, aber auch seitens kleinerer Gemeinschaften wie dem Tauchsportverein (TSV) Menden mehrfach im Sportcasino.

So malte Peter Blankenhagen ein düsteres Szenario. „Was die Stadt einfordert, frisst unser komplettes Aufkommen an Mitgliedsbeiträgen auf. Deshalb stellen wir uns die Frage: Können wir angesichts der zu erwartenden Haushaltsdefizite überhaupt noch weitermachen?“

Beitragserhöhungen sind ein sensibles Thema

Größtes Problem deshalb für die mit Abstand meisten Vereinsvorstände: „Erhebliche Beitragserhöhungen sind ein extrem sensibles Thema. „Wir befürchten, dass es nicht nur bei passiven Mitgliedern massenhaft Austritte geben wird“, schilderte etwa TSV-Vorsitzender Martin Gebbing.

Eine für viele bittere Erkenntnis zudem: Selbst ein erhebliches Zurückfahren von Trainings- und Nutzungszeiten führt nicht zur erwünschten Kostenminderung. Denn dann stimmt die Modellrechnung der Stadt (siehe unten) vorn und hinten nicht mehr. Entgelterhöhungen wären unmittelbar die Folge.

Und letztlich führten Michael Mayr (TSV) und Tom Hertwig (Förderverein der HSG Menden-Lendringsen) ein Argument ins Feld, das nicht von der Hand zu weisen ist. „Die Attraktivität der Stadt wird enorm leiden, wenn es bestimmte Vereine beziehungsweise Veranstaltungen nicht mehr gibt.“ Diese bittere Konsequenz könnte sich daher als großer Imageschaden für die Stadt erweisen.