Viel Interesse an „Charlie-Hebdo“-Exemplaren in Menden

Menden..  Nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris ist das Blatt gefragter denn je. Auch viele Mendener möchten eine Ausgabe haben. Das dürfte allerdings schwierig werden.

Denn der Großhändler „Presse-Vertrieb Meinerzhagen“, der auch Menden beliefert, bekommt für sein gesamtes Vertriebsgebiet nur „25 Exemplare – und das für ein Gebiet mit 1,9 Millionen Einwohnern“, sagt Geschäftsführer Jörg Könemann.

Viele Anfragen von Interessierten

Welche Händler der „Presse-Vertrieb“ beliefert, unterliege dem Datenschutz. Einen solchen Ansturm auf einen einzigen Zeitschriftentitel hat der Grossist noch nicht erlebt: „Das ist bislang einmalig“, sagt Jörg Könemann. Zumal das Heft auch in Deutschland wohl nur in französischer Sprache erscheint.

In der Buchhandlung Daub und in Kiosken häufen sich die Anfragen nach einem Exemplar der Satirezeitschrift. „In dieser Woche haben bislang zehn bis 15 Kunden nach Charlie Hebdo gefragt“, sagt Ina Treese, Inhaberin von Tabak Semer an der Hauptstraße. „Die Sonderausgabe bekommen wir leider nicht geliefert.“ Sie rät Interessierten, es bei Bahnhofszeitschriftenhändlern in Großstädten zu versuchen. Auch Händler an Flughäfen seien oft gut mit Nischenzeitschriften bestückt.

Der Kiosk Wette an der Stiftstraße könnte mit Charlie-Hebdo-Ausgaben beliefert werden, sagt eine Mitarbeiterin: „Wir wissen allerdings nicht, wie viele Exemplare wir zum Ende der Woche bekommen.“ Auch hier hätten Kunden nach der Satirezeitschrift gefragt.

Die Buchhandlung Daub hat Interessierte bereits Anfang der Woche an den Bahnhofszeitschriften-Handel in Iserlohn vermittelt, sie selbst wird nicht mit „Charlie Hebdo“ beliefert: „In Iserlohn am Bahnhof gab es allerdings schon am Mittwoch eine lange Warteliste“, sagt Buchhändler Andreas Wallentin. Er zeigt in seiner Buchhandlung seine Solidarität mit den Opfern: mit einem Zeitungs-Nachdruck der Charlie-Hebdo-Titelseite. Er hat außerdem die Solidaritätsbekundung des deutschen Buchhandels unterzeichnet, für „Freiheit und Toleranz“.

Charlie Hebdo wird wohl erst am Samstag an die Handelspartner in Deutschland ausgeliefert, teilt der Branchendienst „Der neue Vertreib“ (DNV) mit. Bahnhofsbuchhändler und Presse-Grossisten haben rund 5 000 Exemplare vorbestellt. Bisher wurden pro Ausgabe von Charlie Hebdo nur rund 90 Exemplare an Verkaufsstellen in Deutschland ausgeliefert. Verkauft wurden im Durchschnitt 45 bis 50 Exemplare.

Das Heft soll statt wie gewohnt 16 Seiten nur acht Seiten umfassen. Der reguläre Verkaufspreis in Deutschland liegt bei vier Euro.