VHS-Gesicht Sylvia Mertens in Menden geht in den Ruhestand

Sylvia Mertens von der VHS in Menden geht in den Ruhestand: Die 63-Jährige sitzt an ihrem Schreibtisch im Gebäude der ehemaligen Westschule in Menden.
Sylvia Mertens von der VHS in Menden geht in den Ruhestand: Die 63-Jährige sitzt an ihrem Schreibtisch im Gebäude der ehemaligen Westschule in Menden.
Foto: WP

Menden..  Nur noch einen Monat mehr hinter dem Schreibtisch, dann hätte es es eine dicke Zulage bei der Pension gegeben. „Das habe ich nicht fertiggebracht“, sagt Sylvia Mertens und lacht. Sie verlässt nach fast 40 Jahren die Volkshochschule und geht in den Ruhestand

„Wie sich die VHS in den 40 Jahren entwickelt hat, zeigt sich in der Persönlichkeit von Frau Mertens“, sagt VHS-Chef Achim Puhl. Die 63-Jährige startete ihre Karriere 1976. Damals gehörten zum Betrieb der Volkshochschule drei Festangestellte. Es gab 90 Kurse. Heute sind es je VHS-Semester etwa 550 Kurse und Veranstaltungen.

Die 63-Jährige war neben Puhl das Gesicht der Mendener VHS, die einen Verbund mit Hemer und Balve bildet. Früher schrieb sie die Teilnehmerlisten der Kurse mit der Hand und trieb dann auch vor Ort bei den Teilnehmern das Geld ein. Bar, versteht sich. „Ich kannte drei Viertel der Teilnehmer.“

Die Kasse ist dem bargeldlosen System gewichen. Die Abrechnung läuft längst über den Computer. „Früher hieß es noch manchmal: Wen das gewissen drückt, der möge bitte zahlen. Heute bombardiere ich denjenigen mit Mahnungen.“ Dazu kommen die Statistiken, Abrechnungen, Buchführung.

Vom Geld zum Grillen

Sylvia Mertens erlebte mit der VHS insgesamt sechs Umzüge, zuletzt den ins Gebäude der ehemaligen Westschule. Dort hat sie im Erdgeschoss ein Büro mit Blick auf das Schmelzwerk im Hintergrund. Die Kunst hat es ihr auch privat angetan. Im Ruhestand wolle sie sich der Malerei widmen. Im neuen Hochbeet im Garten sollen künftig Tomaten wachsen. Auch der frisch angeschaffte Grill verlangt Pflege. Es passt, dass Gatte Dieter ebenfalls am 30. Juni in den Ruhestand geht. Das Ehepaar will dann seine Hobbys ausleben. „Er kann dann mit seinen Modellhubschraubern fliegen und ich male.“

Der VHS will Sylvia Mertens auch privat treu bleiben, vielleicht einige Kurse besuchen, aber keine mehr geben – wie früher: Da trat die Besitzerin zweier schwarzer Gürtel nämlich auch als Dozentin für Selbstverteidigung in Taekwondo und Hapkido auf. Durchschlagskraft war auch als Personalratsvorsitzende gefragt. Sie war Einzelkämpferin. Seit sie nicht mehr will, existiert der Personalrat gar nicht mehr.

Achim Puhl sagt: „Für mich war sie die größte Entlastung.“