Verträge für mehr Klassen

Menden..  Die Stadt Menden will, dass Schüler aus Balve und Fröndenberg am neuen Fusionsgymnasium an der Walramstraße als Mendener Schüler gezählt werden. Dies hätte zur Folge, dass das „Gymnasium der Stadt Menden“ dauerhaft mehr Eingangsklassen bilden kann. Zuletzt hatte die Schulaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg dies nur als Ausnahmeregelung genehmigt (die WP berichtete).

255 Auswärtige am Walram

Das Angebot aus Menden geht denn auch auf eine Anregung aus Arnsberg zurück: Menden solle mit Balve und Fröndenberg, die kein eigenes Gymnasium haben, jeweils einen „Beschulungsvertrag“ abschließen. Beide würden das gerne tun – anders als Neuenrade und Wickede, die ebenfalls Post aus Menden hatten. Doch Neuenrade wollte den Vertrag nicht, weil man Schüler mit Gymnasialempfehlung lieber in der eigenen Gemeinschaftsschule sieht – oder aber das Burggymnasium in Altena besuchen lässt, mit dem bereits eine Beschulungsvereinbarung besteht. Wickede reagierte gar nicht auf die Anfrage.

Zahlen zum Hintergrund: Heute besuchen das Walram 130 Schüler aus Balve, 81 Schüler aus Fröndenberg, 18 aus Hemer, elf aus Neuenrade, acht aus Iserlohn und sieben aus Wickede.

Die Politiker im hiesigen Schulausschuss müssen sich am kommenden Dienstag (öffentliche Sitzung ab 17 Uhr im Ratssaal) indes noch mit einer ähnlich gelagerten Frage befassen. Dabei geht es um eine Schulrechts-Änderung des Landes NRW: Sie soll verhindern, dass städtische Schulen Kinder aus den eigenen Mauern abweisen und auswärtige Schüler annehmen müssen.

Vor einem Jahr passierte genau das in der Gesamtschule Fröndenberg: Dort gab das Losverfahren Mendener Schülern den Vorzug vor Fröndenberger Kindern, obwohl die Gesamtschule der Ruhrstadt die einzige weiterführende Schule ist – und Menden seine eigene Gesamtschule hat.

Rat soll NRW-Gesetz billigen

Denn auch das ist Bedingung für die Abweisungen: Die jeweilige Schulform muss es in beiden Städten geben. So wies die Gesamtschule Fröndenberg fürs kommende Schuljahr alle Mendener Kinder ab.

„Umgekehrt könnten wir dann Fröndenberger Eltern, die ihre Kinder an unserer Gesamtschule angemeldet haben, bei Auslastung unserer Plätze sagen, dass sie die Gesamtschule in ihrer Stadt besuchen müssen“, sagt Ulrich Menge aus der Schulverwaltung.

Offen blieb, warum die Bezirksregierung eine Gesetzesänderung des Landes von den Stadträten gebilligt sehen will.