Verhandlung gegen Eltern geht weiter

Foto: dpa

Menden/Arnsberg..  Die Strafverhandlung gegen das Elternpaar eines misshandelten Babys aus Menden wird heute am Landgericht Arnsberg fortgesetzt. Die 21 und 23 Jahre alten Eltern sind angeklagt, Ende 2012 ihrem damals drei Monate alten verletzten Töchterchen nicht geholfen zu haben. Heute will das Gericht unter dem Vorsitz der Richterin Henkel weitere Zeugen vernehmen. Bislang haben bereits mehrere Ärzte und eine Hebamme ausgesagt. Im Zeugenstand werden nun unter anderem noch ein Mitarbeiter des Mendener Jugendamtes sowie die Pflegeeltern des Kindes erwartet.

Schweigen vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat die beiden Eltern nicht wegen gezielter Angriffe gegen das Kind angeklagt, sondern nur wegen „Misshandlung von Schutzbefohlenen durch Unterlassen und Verletzung der Fürsorgepflicht“. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin ließ sich bei den Ermittlungen nämlich nicht ausreichend klären, wer von beiden das Kind verletzt haben soll. Die beiden Eltern schweigen bisher zu den vorwürfen.

Die Verletzungen des Mädchens wurden durch einen Kinderarzt in einem Krankenhaus entdeckt, das kleine Mädchen befindet sich seitdem in der Obhut einer Pflegefamilie. Im Falle einer Verurteilung erwartet die Eltern mindestens eine Freiheitsstrafe von einem Jahr.

Die Mutter kann allerdings auch noch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, wonach Erziehungsmaßregeln, Weisungen oder Jugendarrest möglich sind.

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