Vergewaltigung: Mendener verurteilt

Menden..  Im Vergewaltigungsprozess, der wegen der Befangenheit der Mendener Richter an das Schöffengericht Arnsberg verwiesen worden war, hieß es: Aussage gegen Aussage. War es zu einem gewaltsamen Geschlechtsverkehr gekommen oder hatte die möglicherweise geschädigte junge Frau alles erfunden, um ihrem früheren Freund zu schaden?

Am Ende kam das Arnsberger Schöffengericht zu einer Verurteilung des 25-jährigen Mendener Straßenbauers. Er soll nach den Vorwürfen des Staatsanwaltes seiner damals 19-jährigen verflossenen Freundin nachgestellt haben, weil er deren Schlussstrich nicht akzeptieren wollte. Im November 2008 sei er mit ihr des Nachts zu einem einsamen Platz in Menden gefahren, habe sie bedrängt und – weil sie seine Annäherungen abwies – im Auto vergewaltigt.

Aus Scham habe sie das Verbrechen nicht angezeigt, sondern nur die Nachstellung. Doch weil das nichts half, zeigte sie den Mann auf Anraten nahestehender Personen drei Monate später an. Vor Gericht sagte der Mendener, der Geschlechtsverkehr habe einvernehmlich stattgefunden. Dem widersprachen die Zeugen aus dem Umfeld der Geschädigten. Sie bemerkten nach der Tatzeit die deutliche Veränderung ihrer Freundin, ohne zu wissen, was vorgefallen war.

Da Staatsanwaltschaft und Schöffengericht die Glaubwürdigkeit des Opfers nicht anzweifelten, wurde der Angeklagte zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. „Das Gericht hat keine Zweifel am Tatgeschehen. Die Aussagen der Geschädigten waren in sich schlüssig und nachvollziehbar“, so der Richter. Der Verteidiger des Verurteilten kündigte Revision an.