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A 46

Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner

01.10.2009 | 20:15 Uhr
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner

Menden. Es formiert sich Widerstand gegen die A 46-Protest-Gruppe: Die Unternehmerinitiative „Pro A 46” will das Straßenbauprojekt jetzt so schnell wie möglich vorantreiben. Die Gruppe aus Industrie- und Handelskammer Arnsberg und Hagen sowie Wirtschaftsinitiative Nordkreis hat sich vorgestellt.

Menden. Es formiert sich Widerstand gegen die A 46-Protest-Gruppe: Die Unternehmerinitiative „Pro A 46” will das Straßenbauprojekt jetzt so schnell wie möglich vorantreiben. Gestern hat die Gruppe aus Industrie- und Handelskammer Arnsberg und Hagen sowie der Wirtschaftsinitiative Nordkreis ihre Forderungen in Menden vorgestellt.

Unterstützung von 61 Firmeninhabern

61 Firmeninhaber aus Südwestfalen unterstützen die Initiative. Aus Menden haben sich bislang zehn Unternehmer für die schnelle Realisierung der Trasse ausgesprochen: Sam Vertriebs GmbH, Autohaus Heinrich Rosier, Firma Rosier, G&R Scholz, ECO Schulte, HJS-Fahrzeugtechnik, Erich Sydow, Rheinkalk, ECO Schulte GmbH & Co. KG und die Buchhandlung Daub.

Es geht der Initiative um das rund 17 Kilometer lange Teilstück, das Iserlohn und Neheim miteinander verbinden soll. „Seit Ende der 1950er-Jahre wird an einer durchgängigen Fernverkehrsverbindung zwischen Hagen und Brilon geplant”, so Dr. Sigurd Pütter, Iserlohner Unternehmer und Sprecher der Initiative „Pro A 46”. Notwendige Umweltprüfungen hätten zu immer neuen Trassenalternativen geführt. „Welche Trasse gebaut wird, ist mir völlig egal. Hauptsache, es passiert etwas”, so Pütter.

"Nachhaltige Verkehrspolitik"

Für die heimischen Unternehmen sei die Autobahnanbindung dringend notwendig. Es gehe um eine „nachhaltige Verkehrspolitik”, auch für den Bürger: „Die A 46 bietet ein effizientes Energie- und Zeitsparprogramm für fast jeden Arbeitnehmer”, so Pütter. „Die Ortsdurchfahrten würden vom Lkw-Durchgangsverkehr entlastet. Gleichzeitig reduzieren wir den CO2-Ausstoß durch kürzere Fahrstrecken.”

Die heimische Wirtschaft benötigt die A 46 nach eigenen Angaben zur besseren Anbindung an benachbarte Wirtschaftszentren sowie zur günstigeren Verbindung untereinander. „Wo Verkehrswege sind, siedelt sich Wirtschaft an, wo Wirtschaft ist, entsteht für eine Region Geld”, so Unternehmerin Gudrun Winner-Athens aus Hemer.

"Politischen Druck ausüben" 

Die Initiative will nun politisch Druck ausüben, um die Planungen abzuschließen und mit dem Bau zu beginnen. Am 13. Oktober ist NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper Gast der IHK Arnsberg. Die Initiative will dann mit dem Minister über die A46 sprechen. Bis dahin soll sich die Zahl der „Pro A 46”-Unternehmer verdreifacht haben.

Pia Maranca

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Kommentare
07.10.2009
14:40
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von Annika B. | #25

oke, ich sage jetzt mal etwas anderes: die meisten Leute, die hier etwas schreiben, werden mit den Folgen des Autobahnbaus nicht mehr leben müssen- die sehen dann eh schon die Knollen von unten. Bei einigen denke ich gerade wirklich, dass dies auch gut ist. Die Autobahn aus der sicht einer 14-jährigen und ihrer Freunde:
*******. Zu deutsch. Sie bringt einfach nichts. Es wird wieder eine Menge Geld in den Bau gepumpt, dieses Geld wäre dringen notwenig für andere Sachen: Jugentreffs, bessere Investitionen für Bildung, Skatebahnen, Bahnhof in Menden (verdammt, es ist sinnlos durch eine Urinpfütze zu schwimmen, täglich, nur um den Zug zu bekommen). Es gibt so viele Möglichkeiten- doch was soll passieren? Es soll Geld investiert werden, um eine große, graue Betonlandschaft zu bauen.
Wunderbar! Wirklich. Ich könnte mir nichts schöneres vorstellen, außer den anderen Investitonen, die oben gennant wurden von mir. Nun ja. Es bringt eben einfach nichts. Ein Lückenanschluss. Ob man 10 Minuten länger oder krüzer unterwegs ist, ist egal.
Die Unternehmer kriechen gerade aus ihren Löchern, um ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, hurra. Wer hätte das gedacht? Es ist doch immer so. Ich persönliche frage mich, was das ganze Theater bringt.
Also, liebe Leute, denkt mal über die Folgen nach, udn nicht darüber, die man seinen Benz am besten legal durch ehemalige Wälder auf Hochtouren bringen kann.
Soweit aus meiner Sicht. Und aus der meiner Freunde.
Ich hoffe, dass dies zum Nachdenken anregt.

06.10.2009
11:25
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von Hans Bernd Bauer | #24

Irendwann muß Schluß sein mit dem Mobilitätsdrang, jesem Dorf einen Autobahnanschluß zu ermöglichen. Wenn eine Autobahn nur den Zweck hat einige Minuten schneller von Nehheim nach Iserlohn zu kommen oder Ortsumgehungen zu ersetzen, dann muss dieser Wahnsinn gestoppt werden. Umwelt ist nicht alles, aber ohne Umwelt ist alles Nichts!

04.10.2009
22:40
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von Karim Malhas | #23

Leute macht euch doch nichts vor, in zehn bis zwanzig Jahren fahren wir sowieso alle kein Auto mehr bei der zu erwartenden Spritpreisentwicklung. Wozu brauchen wir dann noch mehr spätestens dann völlig überflüssige Autobahnen??? Überdies blutet mir als heimatverbundenen Mendener das Herz, wenn ich mir vorstelle, dass über unsere noch einigermassen idyllische und naturliche Wälder, Wiesen und Dörfer tosender, stinkender Verkehr brausen soll. Erhaltet das bischen Natur, das wir noch haben!!!!!!!!

04.10.2009
13:41
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von zilp | #22

@ Franziskus Ketteler #21
Sie haben eine sehr vernünftige, sachliche und kompromissfähige Haltung zur Autobahn und gegenüber beiden verfeindeten Lagern!
Aber wie bekommt man Ihre beiden Forderungen unter einen Hut:
a) Wirtschaft und Autofahrer brauchen zusätzliche Straßen
und gleichzeitig
b) ökologisch ist kein Spielraum für einen solchen Eingrif?

Schlagen Sie nur die Netzlösung (= kein A46-Weiterbau) vor und/oder (parallel )eine der von Ihnen genannten Autobahntrassenvarianten?

Die Trassenfindung ist übrigens heute noch viel schwerer als vor über 30 Jahren. Denn zum einen ist der Platz dafür weniger geworden wegen der durch andere Bebauung und Nutzungen gewachsenen Inanspruchnahme von Flächen und Landschaft . Zum anderen sind gleichzeitig die öffentlichen Finanzen knapper geworden.
Es gibt also heute noch weniger Platz und Geld für die Autobahn als damals, als auch schon keine geeignete Trasse gefunden wurde.

04.10.2009
13:04
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von Echthausener | #21

Hand aufs Herz, Herr Pütter! Wenn die Autobahn direkt an Ihrem trautem Heim vorbeiführen sollte, wäre Ihnen die Trassenführung bestimmt nicht egal!

04.10.2009
10:16
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von Franziskus Ketteler | #20

Guten Morgen aus Santiago de Compostella.
Der ganze Konflikt um den Lueckenschluss muss versachlicht werden, da gebe ich den diesbezueglichen Befuerwortern beider Lager recht. Es fuehrt zu nichts, wenn ideologisch argumentiert wird und vor allem auf Basis dessen, was man ja schon immer gesagt hat...
Fakt ist: Wir haben ein Verkehrsproblem und wir brauchen eine starke heimische Wirtschaft. Fakt ist aber auch: Unser Naturraum ist im europ. Vergleich von ganz herausragender Qualitaet und Bedeutung und verdient daher hoechsten Schutz, - auch im Interesse der Wirtschaft und der Menschen unserer Region. Das hiefuer, wie mir scheint vor allem bei aelteren Semestern, das Bewusstsein nicht ganz so ausgepraegt ist, ist voellig normal und soltle niemanden gross aufregen.

Unser Naturraum bietet keine Spielraum fuer einen so extremen Eingriff. Das ist ein Faktum und sollte den Gegnern des Lueckenschlusses nicht persoenlich vorgeworfen werden. Wenn es sachliche Zweifel an einer solchen Tatsache gibt, muss sie eben gerichtlich ueberprueft werden, und wir wissen aus zahlreichen Urteilen, wie der EuGH zum Thema FFH und Verkehrswege steht. Bis es zu einem solchen Urteil kommt, sind weitere fuenf Jahre vergangen, ohne das wir einer von der IHK zurecht angemahnten Loesung einen Schritt naeher gekommen waeren.

Es ist gut, dass sich Dr. Puetter flexibel gibt in Bezug auf einen Trassenverlauf. Auf der Basis sollte man vernuenftig miteinander brainstormen koennen, denn so eine eingeschraenkt-ergebnisoffene Haltung bringt am Ende viel mehr, als Autobahn, hier und jetzt!, oder Autobahn, nein danke!.

Wir sollten uns gemeinsam nochmal mit der sog. Netzloesung befassen (Gutachten liegt vor), der sog. Bettermann-Trasse und der sog. Gordischen Variante. Drei Optionen, die wenigstens Dr. Puetter gefallen werden, denn sie lassen sich schnell umsetzen (8-15 Jahre), kosten nur 60 % des Lueckenschlusses und sind oekologisch wohl noch vertretbar! - und damit gerichtsfest.

Wenn es also schnell gehen soll, meine Damen und Herren, sollten Sie rasch zwei kleine, mit vernuenftigen Buergern besetzte Verhandlungsteams bilden, die versuchen gemeinsam eine Loesung zu finden.

03.10.2009
20:55
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von Stefan Neuhaus | #19

Nur wenige Stunden nach dem Wahlsieg von CDU und FDP kommt die heimische Autobahn-Lobby der Industrie- und Handelskammern wie der Springteufel aus dem Kasten. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen jetzt den Bau der A46 puschen, in der Hoffnung, mit der neuen Bundesregierung eine wirtschafts- und autobahnfreundliche Verbündete zu haben. Die angeführten Gründe für die A46 sind allerdings wie seit Jahrzehnten bekannt mager.

Seit vierzig Jahren wird über den Bau der Autobahn diskutiert. Die heimische Wirtschaft ist in dieser Zeit auch ohne Autobahn ganz gut gefahren. Oder wie waren ihre Gewinne in den letzten Jahren, meine Herren? Bis heute gibt es keine Untersuchung der Wirtschaftsverkehrsströme in unserer Region, die die Notwendigkeit der A46 belegen würde. Selbst der ehemalige oberste Straßenplaner von Straßenbau NRW erklärte in einer Veranstaltung vor drei Jahren: Viele auswärtige Lkw werden aufgrund der Topographie eine neue A46 gar nicht nutzen, sondern weiterhin über die mittlerweile ausgebauten Autobahnkreuze der A45 und A44 ins Hochsauerland oder darüber hinaus fahren. Begründung: Weil´s schneller ist. Soviel zur wirtschaftlichen Notwendigkeit.
Dass es Herrn Pütter nach eigener Aussage anscheinend völlig egal ist, welche Autobahntrasse gebaut wird, zeugt von der ökologischen Ignoranz, die die Autobahnfreunde schon vor 20 Jahren ausgezeichnet hat. Damals sollte die A46 mitten durch den Luerwald führen. Derselbe Wald ist heute europäisches Schutzgebiet. Hätten sich Herr Pütter und Co. bereits damals durchgesetzt, wäre der Luerwald inzwischen zerstört. Und auch unter den momentan diskutierten Trassen der A46 gibt es bis heute keine einzige, die nicht nach wie vor den Luerwald berührt. Andere Regionen würden sich nach einem europäischen Schutzgebiet vor der eigenen Haustür die Finger lecken. Bei uns wollen es die Industrie- und Handelskammern zum Teil einer Autobahn opfern.
Die momentane weltweite Wirtschaftskrise lehrt uns, nicht so weiterzumachen wie bisher. Dazu gehört auch, den Irrglauben vom Zusammenhang zwischen Autobahnen und Wirtschafts-wachstum und damit die A46 endlich zu den Akten zu legen. Das haben viele verstanden.
Die IHK anscheinend noch nicht.

Stefan Neuhaus,

03.10.2009
18:42
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von Ketzscher | #18

Die angebliche Verkehrsentlastung durch die A 46 wird sich als Belastung für unsere Region entpuppen
Die Geschichte der angeblichen Entlastung durch die A 46 ist ein Märchen. Die vorhandenen Verkehrentwicklungspläne der Städte zeigen: Die Hoffnungen auf eine Verkehrsentlastung werden sich nicht erfüllen. Stattdessen kommt es an vielen Stellen durch die Autobahn zu einer massiven Zunahme des Autoverkehrs, verbunden mit Lärm und Schadstoffen. Schuld an der momentanen Verkehrssituation sind nicht die Autobahn-Gegner. Die plädieren seit Jahrzehnten für ein integriertes regionales Verkehrskonzept ohne A 46. Schuld sind diejenigen, die seit 37 Jahren nur auf die Autobahn setzen und deshalb alle anderen Lösungen verhindert haben.
Die Kosten für den Weiterbau der A46 dürften inzwischen bei ca. 300 Millionen Euro und damit bei über 15 Millionen Euro pro Kilometer liegen! Geld, das erstens nicht da ist und das zweitens für Bildung, Schulen, Kindergärten oder ein regionales Verkehrskonzept ohne Autobahn dringender benötigt wird. Den Vertretern der Wirtschaft scheint das alles egal zu sein. Es ist ja nicht ihr eigenes Geld.

Das Linienbestimmungsverfahren der A46 geht in den nächsten Monaten in die entscheidende Phase. Und deshalb wird es jetzt ernst. Denn ist erstmal eine Linie bestimmt, dann kann im Planfeststellungsverfahren auch abschnittweise geplant, gebaut und damit Fakten geschaffen werden. Schon in den nächsten Monaten müssen sich alle Räte positionieren. Und dafür müssen die Bürgerinnen und Bürger einbezogen und informiert werden. Die Grünen erneuern deshalb ihre Forderung nach einer öffentlichen Information und Diskussion um die Linienführung und die Verträglichkeitsstudie. Bisher hatte der Rat es abgelehnt, sich und seine Bürger in einer öffentlichen Sitzung informieren zu lassen.

Ingrid Ketzscher

03.10.2009
15:45
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von fraxinus | #17

Wie wäre es, wenn man der Aktion Lückenlos ankommen das Vorhaben Mut zur (A46-)Lücke entgegensetzt?

Unsere Wirtschaft, Bürger und Politik könnten nach außen demonstrieren, dass man in den letzten Jahrzehnten schon ohne den Weiterbau überlebt hat, und ein Maßnahmebündel entwickeln, wie das auch in Zukunft geht.
Gemeinsam könnten wir dann eine zukunftsorientierte Verkehrs- und sonstige Politik erarbeiten, mit der wir dann anderen Regionen voraus sind, die noch an den überkommenen Lösungen der 1960er Jahre festhalten.
Das klingt natürlich zunächst sehr utopisch. Aber ich glaube, es gibt Chancen dafür, wenn man den nötigen Willen und Grips aufbringt. Eine erste Gelegenheit für einen solchen Schritt wäre ein Projekt im Rahmen der Regionale Südwestfalen 2013.

03.10.2009
13:06
Unternehmer-Widerstand gegen die Autobahngegner
von vom sauerlaender | #16

Gerade sind die Wahlen gelaufen, schon versuchen sich die Lobbyisten ein warmes Nest zu bauen. Mit allen Mitteln versuchen diese sogenannten neuen Leistungsträger in
unserer Gesellschaft, ihre eigenen Interessen auf Kosten der Gesellschaft durchzusetzen. Da wird der reduzierte CO2-Ausstoß aufgefüht, der Partikelfilter wird Absichtlich vergessen. Der Schutz der Landschaft und der Tierwelt
geopfert für ein paar Minuten. Es geht alles genau so weiter mit Raffsucht, Lichtenstein und Lobbyismus. Nichts gelernt von Bad Bank,
Gorleben und Asse. Das ist Made in Germany.

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