Unternehmer erteilt Mendens Bürgermeister Hausverbot
14.01.2013 | 19:39 Uhr 2013-01-14T19:39:00+0100
Menden. Der Mendener Unternehmer Ulrich Bettermann scheitert mit seiner Abwahlinitiative gegen Bürgermeister Volker Fleige. In der Vier-Monats-Frist gelang es ihm nicht, die erforderlichen 7800 Unterschriften zu sammeln. Nun hat Bettermann Fleige Hausverbot erteilt. Der erwartet eine Entschuldigung.
Um kurz vor 15 Uhr zog der Mendener Unternehmer Ulrich Bettermann am Montag selbst mit deutlichen Worten den Schlussstrich: „Das Abwahlverfahren ist gescheitert“, ließ er erklären. Das Ende einer viermonatigen Aktion, die deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, ist damit beendet.
7447 Unterstützer-Unterschriften für eine Abwahl des Mendener Bürgermeisters Volker Fleige (55,SPD) hatte der Unternehmer (OBO Bettermann) nach eigenen Angaben gesammelt – 7800 hätten es aber sein müssen, um das gesetzliche Quorum zu erreichen. Wie viele der Unterschriften tatsächlich gültig waren, bleibt ungewiss, da sie nun nicht mehr vom Wahlamt überprüft werden.
Damit haben sich die anfänglichen Hoffnungen von Ulrich Bettermann (66) nicht erfüllt. Die gesetzlich vorgeschriebene Vier-Monats-Frist zum Sammeln der Unterschriften werde man wohl gar nicht benötigen, hatte er im September gesagt. Doch es kam anders – und das trotz einer regelrechten Materialschlacht. Gleich dreimal ließ der vielfache Millionär fast flächendeckend eine Hauswurfsendung mit Unterschriftenlisten verteilen, er startete eine Postkartenaktion und schaltete große Zeitungsanzeigen. Zuletzt bat er seine mehrere Hundert Mitarbeiter in Menden in einem Brief, Unterschriften im Familien- und Freundeskreis zu sammeln. Den klassischen Info-Stand auf dem Wochenmarkt oder Veranstaltungen gab es hingegen nicht.
Es war auch nicht der alles überragende Vorwurf, wie etwa die Love-Parade-Katastrophe bei der Abwahl von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der das Mendener Verfahren begleitete. Vielmehr hatte Ulrich Bettermann dem SPD-Bürgermeister generell vorgeworfen, ein nur mittelmäßiger Verwaltungschef zu sein, der bürgerfern sei und Menden keinen Perspektive biete.
Fleige jetzt Hausverbot erteilt
Auslöser für die Aktion war die von der Stadtverwaltung favorisierte Grundschulschließung in Bettermanns Heimatdorf Hüingsen. Doch auch die Weigerung Fleiges, die Vorgänge um eine vor mehr als zehn Jahren auch mit Steuergeldern hergerichtete Gewerbefläche in Menden noch einmal aufzugreifen, spielte ein Rolle. Die dort erhoffte Industrieansiedlung mit vielen Arbeitsplätzen war nie realisiert worden. Der Vorgang an sich beruht noch aus Zeiten eines CDU-Bürgermeisters und absoluter CDU-Mehrheit im Rat. Bettermann kritisiert dies seit Jahren, vermutet „schwarzen Filz“, mit dem ein anderer Mendener Industrieller, dem er seit Jahren in inniger Abneigung verbunden ist, gefördert werden sollte. Von SPD-Mann Fleige, den Bettermann im Wahlkampf 2009 indirekt unterstützt hatte, hatte er erwartet, dass er den Vorgang erneut aufrollt. Doch der hatte abgewunken: Alles sei von Kommunalaufsicht und Staatsanwaltschaft schon geprüft.
Und so endet nun ein Schauspiel mit zwei Protagonisten, die als große „Dickschädel“ gelten. Auf der einen Seite der Sauerländer Unternehmer, der seit den 70er-Jahren aus einer kleinen Mendener Firma zielstrebig ein weltweit agierendes Unternehmen geformt hat. Der gebürtige Mendener unterstützt auch heute noch viele Projekte in seiner Heimatstadt, er selbst ist aber seit Jahren Schweizer Staatsbürger, was ihm im Abwahlverfahren immer wieder vorgeworfen wurde. Bettermann konnte so die Initiative auch gar nicht offiziell führen, das tat sein in Menden wohnender Prokurist.
Und auf der anderen Seite Volker Fleige. Erster SPD-Verwaltungschef in dem eigentlich schwarzen Menden. Ein Mann, dem sein oft „loses Mundwerk“ vorgeworfen wird. Dem aber auch viele zugute halten, dass in seiner Amtszeit endlich große Projekte in Angriff genommen worden seien – etwa die Haushaltssanierung oder die Bebauung des vergammelnden Bahnhofsgeländes.
Dass sich beide noch einmal aussöhnen werden, ist unwahrscheinlich: Bettermann sprach Montag ein Hausverbot gegen den Bürgermeister aus.. Und Fleige fordert: Vor einem Gespräch müsse sich Bettermann erst entschuldigen.
09:47
Hier führt sich ein verwöhntes Kind auf, das einmal seinen Willen nicht bekommen hat. Wenn er schon den Standort Menden der Lächerlichkeit preisgibt, so hätte er immer noch die Chance gehabt, in einem aufrechten Abgang Größe zu zeigen. Menschliche Reife ist halt keine Größe, die abhängig vom Inhalt des Geldbeutels ist.
22:18
Ich habe mir gerade einmal überlegt, wie es für einen Mitarbeiter von OBO sein muß unter einem solchen Senior Chef zu arbeiten. Wenn Sie könnten, möchten Sie sicherlich wechseln. Halten Sie Durch, die Alten verschwienden auf dem natürlichen Weg.
21:46
Was Herr Bettermann hier in den vergangenen Monaten abgeliefert hat, entspricht nicht einem erfolgreichen Unternehmer.
Herr Bettermann hat schon vor einiger Zeit das aktive Geschäft an die nächste Generation abgegeben. Gut so! Nun hat ein älterer Herr Langeweile, und lässt sich leider zu solchen Aktionen hinreißen.
Herr Bettermann genießen Sie Ihren Ruhestand, und belästigen die Mendener Bürger nicht weiterhin mit Ihrer Langeweile.
20:38
Hausverbot ist schon deshalb lustig, weil OBO ja kein öffentliches Gebäude ist wie ein Bahnhof oder ein Kaufhaus.
Als könnte man bei OBO einfach so reinspazieren - und als hätte der Bürgermeister sich da dauernd ungefragt aufgehalten.
Lustige Vorstellung.
Vielleicht sollte das Privatfernsehen nach dem "Dschungelcamp" mal das "Dübelcamp" drehen. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man Bettermann ja nicht absprechen.
19:33
Brääätsch, der Ulli hat seinen Willen nicht gekriegt, weil der Volker nicht getan hat, was der Ulli wollte. Jetzt darf der Volker nicht mehr beim Ulli im Zimmer spielen.
Mein Gott, wie kindisch ist denn dieses Hausverbot?
Herr Bettermann hat sich mit diesem Hausverbot endgültig der Lächerlichkeit preisgegeben und Herrn Fleige zum doppelten Sieger gemacht. Und hoffentlich gibt der Schweizer jetzt Ruhe und lässt den Bürgermeister endlich wieder das zu Ende führen, was er begonnen hat.
Man kann noch so viel Geld haben, Abstimmungen kann man glücklicherweise dennoch nicht kaufen!
17:47
Man sollte die Macht eines so großen Unternehmens nicht unterschätzen. Wenn Herr Bettermann sein Unternehmen aus Menden abziehen sollte, dann sieht es noch schlechter um die eh schon angespannte finanzielle Situation in Menden aus... Andere Kommunen freuen sich bestimmt über die Gewerbesteuereinnahmen aus dem Hause OBO Bettermann... Es ist halt immer ein Geben und ein Nehmen...
Ein grosser Arbeitgeber hat natürlich eine grosse Macht in der Kommune. Dennoch darf diese Macht nicht benutzt werden, um geltende Gesetze zu missbrauchen.
In politischen Bereich ist Herr Bettermann so schlecht, wie er im unternehmerischen Bereich gut ist, und deshalb weiss er, dass er die Mendener Arbeitnehmer braucht, die ihm seinen Erfolg erwirtschaften, was sicherlich ein Grund ist, in Menden zu bleiben.
Würden sie sich denn auf eine Erpressung einlassen? Nach dem Motto:
Wählt ihr den Bürgermeister nicht ab, dann gehe ich?
Oder
Wenn du Bürgermeister nicht machst was ich will dann gehe ich?
Herr Bettermann wird sein Unternehem nicht abziehen, weil Herr Bettermann sein Unternehmen nicht abziehen kann. Wie will Herr Bettermann denn seinen tollen Neubau in Huingsen finanzieren?
Sollte Herr bettermann allerdings seinen Firmensitz verlegen wollen, hat er natürlich das Recht dazu. Ich würde mir als Komune allerdings eine Sondersteuer auf Besitztümer in Menden überlegen.
15:20
Das ausgesprochene Hausverbot empfinde ich wie die Reaktion eines kleinen Kindes, das sein Eis nicht bekommt.
Auf der anderen Seite ist Herr Bettermann trotz der (leider) gescheiterten Abwahl ein Gewinner. Die Kosten für das Abwahlverfahren, sprich Hauswurfsendungen etc. werden wohl als Betriebsausgaben abgesetzt.
Ich finde es gut, dass jemand -zumindest versucht hat- diesen unfähigen Bürgermeister abzuwählen!
Mein Lob gilt auch der Presse, die scheinbar auf der Seite des Bürgermeisters ist und mit Erwähnungen wie "vielfacher Millionär" beim Durchschnittsbürger Gegenstimmung machen möchte.
Herr Bettermann hat sein Leben lang für sein Vermögen gearbeitet.
Also steht es ihm auch zu, genau wie die schweizer Staatsbürgerschaft.
Jeder der die Möglichkeit und das Vermögen hat, würde genauso handeln.
Dies ist auch wieder ein selbst gebasteltes Problem unserer unfähigen Regierung.
-Dies ist nur meine Meinung-
Ihre Meinung muss selbstverständlich ebenso akzeptiert werden, wie gegenteilige Meinungen.
Dennoch hatte die Aktion ein Gschmäckle, nämlich das, dass Herr Bettermann seine Privatfehde ausweiten wollte. Das war unanständig. Zunächst einmal wurde er aus sehr durchsichtigen Gründen Schweizer Staatsbürger, begab sich also der deutschen Rechte. Das war seine persönliche Entscheidung und muss nicht diskutiert werden. Als Unternehmer kann man sich jedoch immer jemanden kaufen, der seinen Kopf hinhält. Das ist von beiden Beteiligten an sich keine noble Haltung..
Herr Fleige ist nicht unfähig. Seitdem er BM ist, hat sich in Menden manches bewegt, was unter jahrelanger CDU-Vorherrschaft regungslos war. Das sollte man auch anerkennen, wenn man wie Sie Herrn Fleige nicht mag.
Im übrigen entzieht sich nicht jeder, der in Deutschland sein Geld verdient, indem er die Infrastruktur für sich nutzt, dem Steuersystem. Das tut nur eine besondere Sorte Mensch.
Ob der BM unfähig ist oder nicht können wir am Ende erst in einigen Jahren wirklich entscheiden. Alle waren seinerzeits über die Agenda 2010 am schimpfen. Heute muss man zuegstehen dass sie richtig war (wenn auch nicht vollständig durchdacht)
Interessant empfinde ich allerdings, das der Stein ja durch die bevorstehende schließung der Schule in Huingsen ins rollen gebracht wurde. Zumindest war das am Anfang der Aufhänger von Bettermann. Die Schließung war aus Sicht der Stadt notwendig, da dass Geld fehlt.
Wenn jetzt aber Bettermann meint in die Schweiz auszuwandern und seine Steuern lieber dort bezahlt fehlt diese Summe in der BRD,NRW und Menden. Am Ende ist er also Mitverantwortlicher dieser Probleme
13:56
Hausverbot - wie ein Kleinkind, das seinen Willen nicht bekommen hat und jetzt trotzig ist. Die Mendener Bürger haben Verstand gezeigt und sich nicht auf Herrn Bettermanns Forderung nach einem Abwahlverfahren eingelassen, nur weil der Bürgermeister nicht nach seiner Pfeife tanzt.
20:09
Als Nicht-Mendener kenne ich diese Story nur aus der Zeitung. Bisher ist es mir nicht gelungen, mir einen Reim drauf zu machen. Ich habe nur den Verdacht, dass da die Hormone doch ganz gewaltige Purzelbäume schlagen. Oder hat die ganze Sache irgend etwas mit Vernunft zu tun?