Unfall nach Amokfahrt im Drogenrausch

Was wir bereits wissen
Schon der Grund für die rasante Fahrt durch Menden wirkt befremdlich: Der Angeklagte habe sein dreijähriges Kind bei einer Feier aus den Augen verloren und habe sich mit dem Auto auf die Suche gemacht. Dabei verursachte er nicht nur einen schweren Unfall.

Menden..  Ein einschlägig vorbestrafter Familienvater aus Menden hatte am 8. März einen schlimmen Verkehrsunfall an der Landwehr unter Alkohol- und Drogeneinfluss verursacht und sich danach mit quietschenden Reifen vom Unfallort entfernt. Dafür musste er sich nun vor Amtsrichter Martin Jung verantworten.

Grund für seine spontane Amokfahrt sei sein Nachwuchs gewesen. Bei der Polizei gab er an, sein dreijähriges Kind sei an diesem Sonntagnachmittag bei einer Feier nicht mehr aufzufinden gewesen. Deswegen setzte er sich in seinen Wagen und raste – „wie ein Bekloppter mit einem anormalen Tempo“, so eine Zeugin – durch Menden.

Rückwärtsgang eingelegt

Dabei verursachte er einen Auffahrunfall mit einem Schaden in Höhe von 8200 Euro. Der Fahrer des anderen Fahrzeugs kam mit einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule davon.

Nach dem Unfall legte der Angeklagte den Rückwärtsgang ein und „raste wie in einem Film über den Bürgersteig“, so die Zeugin weiter.

Die Polizeibeamtin, die den Alkohol- und Drogentest bei dem Angeklagten durchführte, berichtete, dass er gefragt habe, welche Strafe nun auf ihn zukäme. Nach dem Unfallopfer habe er sich aber nicht bei ihr erkundigt. Seinen Verteidiger hält dies aber nicht davon ab, ihm eine unglaubwürdige Entschuldigung ins Ohr zu flüstern und ihm diese zu seinen Gunsten auszulegen.

Auch, dass der Angeklagte bei der Polizei nicht wusste, wie viele Kinder er hat, spricht nicht für einen liebevollen Familienvater. Das Urteil gegen den wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss, räuberischer Erpressung und Körperverletzung vorbestraften Mann war eine Geldstrafe von 1200 Euro.