Turmsanierung der Johanneskirche hat begonnen

Frömern..  Der Johanneskirche in Frömern fehlt es an Halt, bezogen auf die Bausubstanz. Deswegen haben nach der Einrüstung in der vergangenen Woche die Bauarbeiten am Turm begonnen.

Die im wahrsten Sinne größte Baustelle der Johanneskirche und der ganzen Kirchengemeinde ist der Turm, dessen äußeres Erscheinungsbild von zahlreichen Rissen und schweren Fugenschäden gezeichnet ist.

Fugensubstanz weggesprengt

Besonders West- und Nordseite, wo die Wettereinflüsse am stärksten auf das Bauwerk treffen, sind in schlechtem Zustand. „Dabei müssen wir noch von Glück reden, dass es in den beiden letzten Wintern keinen schweren Frost gab, denn der hätte noch viel mehr von der Fugensubstanz weggesprengt“, schätzt Lutz-Thomas Kusch die Situation ein.

Der Architekt arbeitet für die Bauabteilung des Kirchenkreises Hamm; auch das Gotteshaus in Frömern steht unter seiner Obhut.

Eine Steinmetzfirma hat zu Beginn der vergangenen Woche mit den Arbeiten zur Erneuerung der Fugen begonnen. „Es ist in großer Menge Wasser in die Fugen gelaufen, so dass diese dem Gebäude keine Stabilität mehr geben“, so Kusch. Herabfallende Steine waren die Folge. Nun werden die Fugen erneuert an dem Kirchturm, der als einziger Bestandteil des Gebäudes noch vom allerersten Kirchbau Frömerns aus dem 12. Jahrhundert stammt.

Ansonsten ist die Johanneskirche gerade auf der Außenseite auch ein Sammelsurium verschiedener Epochen. Der ursprünglich verwendete Grünsandstein stammt direkt vom Haarstrang, wurde im Zuge des angesprochenen Historismus ersetzt durch Rohsandstein, der in den Bergwerken der Region anfiel.

Uhren abgeschraubt

Ein Rundgang über das Turmgerüst, der in nächster Zeit auch für alle Interessierten möglich sein soll, verschaffte in der vergangenen Wochen einen plastischen Einblick in die Schäden. Weil natürlich der Angriff des Wettes mit zunehmender Höhe immer schlimmer wird und unten die Substanz noch in Ordnung ist, werden die Arbeiten ungefähr ab einer Höhe von circa sechs Metern aufwärts ausgeführt.

Bei dieser Gelegenheit wurden auch schon beide Uhren, wahrscheinlich Fabrikate aus den 1970er-Jahren, abgeschraubt, die dann – mit Sandstrahl gereinigt und vergoldet in einer Fachwerkstatt in Münster – nach Ende der Bauarbeiten krönende Schmuckstücke des runderneuerten Kirchturms sein werden.

Das soll laut Plan Ende August der Fall sein, die Kosten werden auf 150 000 Euro geschätzt. „Da sind wir natürlich allen, die uns schon finanziell unter die Arme gegriffen haben, sehr dankbar“, erzählt Pfarrer Gisbert Biermann: dem Kirchenkreis, Kirchbauverein und privaten Spendern. Im Rahmen der alljährlichen Ausschüttung trug auch die Stiftung der Bank für Kirche und Diakonie 1500 Euro bei.

Beim Kirchturm war der Bedarf am dringendsten, aber auch der Rest der Fassade steht auf lange Sicht zur Renovierung an. Schlusswort Biermann: „Wir sind froh, den Turm jetzt stemmen zu können, danach sind unsere Kassen aber erst einmal leer.“