Turmfunken sind fit für die Karnevalssession
09.02.2012 | 18:00 Uhr 2012-02-09T18:00:00+0100
Menden.Bunte Kostüme türmen sich auf dem Boden, fetzige Musik schallt durch die Turnhalle, junge Frauen bauen sich zu waghalsigen Pyramiden auf - die Seniorentanzgarde „Turmfunken“ der Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau bereitet sich auf die Höhepunkte der Karnevalssession vor.
„Eigentlich läuft die Session für uns schon seit Wochen“, berichtet Vanessa Wiesner, Trainerin der Turmfunken. Der Herrenabend in Hohenlimburg, die Damensitzung auf der Wilhelmshöhe und die Prinzenproklamation sind nur einige Termine, bei denen die Tänzerinnen der Turmfunken in diesem Jahr schon ihr Können unter Beweis gestellt haben. „Bis zu acht Auftritte sind an einem Wochenende drin, aber das ist dann auch das Maximum“, sagt Vanessa Wiesner. Ein Auftritt der Turmfunken kann zehn Minuten dauern. Doch was sich kurz anhört, verlangt den Tänzerinnen einiges an Kondition und Konzentration ab. „Wir machen längst nicht mehr nur das klassische „Beine-schmeißen“. Freestyle-, Breakdance- und Hip-Hop-Elemente gehören genauso zu unseren Auftritten wie der klassische Gardetanz“, erklärt die Trainerin, die selbst seit 25 Jahren bei der Tanzgarde der MKG Kornblumenblau tanzt.
Dass die Tänzerinnen nicht nur Kondition und Konzentration, sondern auch eine gehörige Portion Mut mitbringen müssen, beweisen sie anschaulich bei ihren wöchentlichen Trainingseinheiten in der Turnhalle der Rodenbergschule. Passend zu den raffinierten Stewardess-Kostümen, die in diesem Jahr bei den Auftritten getragen werden, wird eine Tänzerin wie ein Flugzeug durch die Luft geworfen und von ihren Mitstreiterinnen aufgefangen. Doch die Trainerin ist nicht hundertprozentig zufrieden, korrigiert die Armhaltung der Fängerinnen. „Natürlich sollen die Würfe spektakulär aussehen, aber verletzten darf sie niemand“, sagt Wiesner entschieden.
Kurz vor dem Höhepunkt der Mendener Karnevalssesion, dem Zeltkarneval, legt die Truppe der Turmfunken extra Trainingseinheiten ein. „Wir trainieren zweimal die Woche jeweils drei Stunden, sonst sind es nur vier Stunden in der Woche. Schließlich muss alles sitzen“. Und das tut es dann auch, als sich die Turmfunken zu einer halsbrecherischen Gruppenpyramide aufbauen.
Die beachtliche Gruppengröße von insgesamt 26 jungen Frauen zeigt auch, dass die traditionelle Tanzgarde längst nicht aus der Mode gekommen ist. „Natürlich gestalten wir die Auftritte und Musik poppiger als früher“, sagt Vanessa Wiesner. Bei den Kleinsten, den Turmflöhen und bei den Seniorinnen musste die Trainerin unlängst einen Aufnahmestopp verhängen. Irgendwann ist auch die größte Bühne zu klein.
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