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Tönnesmann und Vogel insolvent

27.03.2013 | 00:19 Uhr
Tönnesmann und Vogel insolvent

Lendringsen. Harte Zeiten für ein Lendringser Traditionsunternehmen: Die Papierfabrik Tönnesmann und Vogel am Eingang des Hönnetals hat gestern einen Insolvenzantrag eingereicht. Das bestätigten sowohl Geschäftsführer Caspar Tönnesmann als auch das zuständige Amtsgericht Arnsberg auf WP-Anfrage. Die Produktion ruht derzeit komplett, 49 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der erfahrene Anwalt Martin Buchheister von der Kanzlei Bergfeld & Partner bestellt.

Hoffnung auf Weiterführung

Martin Buchheister.Foto: Mike Fiebig

Caspar Tönnesmann, der das Familienunternehmen in vierter Generation führt, zeigte sich gestern gegenüber der WP zurückhaltend bei der Frage nach den Ursachen der Insolvenz. Nur soviel: „Es sind mehrere Sachen zusammengekommen. Die Grundlage für eine Fortführung der Produktion waren nicht mehr gegeben. Darum habe ich am Dienstag Insolvenz anmelden müssen.“ Er hofft aber, dass das Insolvenzverfahren nun Chancen für eine Weiterführung der Produktion, die seit mehr als 150 Jahren am Eingang zum Hönnetal beheimatet ist, bietet. „Wir haben gute Produkte, gute Mitarbeiter und gute Aufträge. Wir werden kämpfen.“

Weltweit Kunden

Insolvenzverwalter Martin Buchheister, der erst im Laufe des Nachmittags bestellt worden war, konnte gestern noch keine Einschätzung zum weiteren Vorgehen abgeben. Er wird sich heute ein genaueres Bild machen müssen.

Die Insolvenz und die zumindest vorläufig stillgelegte Produktion trifft auch viele Mendener Firmen und Vereine, die bislang ihr Altpapier direkt zu Tönnesmann und Vogel gebracht hatten. Die daraus von dem Lendringser Unternehmen hergestellten Spezialpapiere hat Tönnesmann und Vogel weltweit geliefert – bis nach Uganda, Israel oder Neuseeland. Nischen zu besetzen, war bislang die Strategie. „Es sind oft kleine Aufträge, die sich für große Massenhersteller nicht lohnen“, hatte Caspar Tönnesmann im Januar 2001 in einem in der WP erschienenen Firmenporträt gesagt. Er hatte aber auch in jüngster Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, wie schwierig die Rahmenbedingungen für sein Unternehmen geworden seien. Unter anderem die gestiegenen Energiekosten waren eine Herausforderung für den Betrieb.

In seiner mehr als 140-jährigen Geschichte hatte Tönnesmann und Vogel schon spannende Aufträge zu erledigen. Unter anderem stellte man Briefumschläge für die äußerst umstrittene Volkszählung im Jahr 1987 her.

Michael Koch


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