Todes-Unfall im Biebertal: Acht Monate auf Bewährung für Verursacher
21.11.2008 | 21:13 Uhr 2008-11-21T21:13:00+0100
Menden. Richter Jens Christian Festersen ist sich sicher: Überhöhte Geschwindigkeit war die Ursache für den tödlichen Unfall im Biebertal, bei dem Ende Oktober vergangenen Jahres die Hüingserin Nicky Lehmann ums Leben gekommen war. Deshalb verurteilte er am Freitag den 23-jährigen Unfall-Verursacher aus Neheim zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung.
Zu groß war der Besucherandrang, als dass der vorgesehene kleinere Sitzungssaal des Amtsgerichts ausgereicht hätte. Die Brüder der Verstorbenen, weitere Verwandte, Freunde sowie Hüingser Bürger wollten den Prozess verfolgen. Und natürlich Nicky Lehmanns Ehemann Uwe und ihre Kinder Larissa und Marcel, über deren Schicksal die WP berichtet hatte.
An sie waren denn auch die ersten Worte des 23-jährigen Angeklagten gerichtet, der sich bis dahin noch nicht bei der Familie gemeldet hatte und während des Prozesses immer wieder voller Scham das Gesicht in seinen Händen vergrub. „Zuerst möchte ich mich entschuldigen. Gott hat gesehen, das habe ich nicht gewollt”, übersetzte ein Dolmetscher die russischen Worte des Spätaussiedlers.
Die Reue nahm ihm Richter Festersen ab, jedoch musste sich der 23-Jährige, der damals als Leiharbeiter in Menden tätig war, auch den Fakten der Verkehrsgutachter stellen. Demnach fuhr der Neheimer seinen Seat mit mindestens 96 Stundenkilometern, als er in einer Kurve die Kontrolle verlor und auf den Seitenstreifen geriet. Erlaubt sind auf der kurvigen Straße mit Spurrillen aber nur 70 km/h.
Die schrecklichen Folgen: Der 23-Jährige fuhr eine Böschung hoch, krachte dann mit dem Dach auf die Straße und rutschte in den Mitsubishi-Kleinbus von Nicky Lehmann, die auf dem Weg zu behinderten Kindern war, die sie zur Schule bringen wollte. Der Neheimer wurde nur leicht verletzt, Nicky Lehmann hingegen schwer. Ergreifend schilderte gestern der Unfallchirurg der Klinik in Lünen, dass man wegen der vielen anderen Verletzungen die letztlich tödliche Zerstörung der Halswirbelsäule erst bei der Computertomographie entdeckt habe.
Erst drei Monate vor dem tragischen Unfall hatte der 23-Jährige wegen überhöhter Geschwindigkeit Punkte in Flensburg kassiert. Trotzdem, da waren sich Richter, Staatsanwalt und Verteidiger einig, habe man keine Hinweise, dass es sich bei ihm um einen „rücksichtslosen Raser” handele. Daher sei auch die achtmonatige Bewährungsstrafe angemessen. 80 Sozialstunden muss der heute Arbeitslose leisten, Richter Festersen verhängte zudem drei Monate Fahrverbot.
Und wie hat Uwe Lehmann das Urteil empfunden? „Es ist mehr, als wir erwartet hatten. Ich halte die Strafe für angemessen — wenn es so etwas bei einem tödlichen Ausgang überhaupt geben kann.”
Das Schicksal der Familie Lehmann
Eine Reportage zum Schicksal der Familie Lehmann, nach dem tödlichen Unfall lesen Sie hier: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/menden/2008/11/15/news-90924359/detail.html
23:15
also das ist aber der reinste witz acht monate bewährung an deresn stelle wuürde ich den mindestens 10 jahre geben die betroffene die jetzt nicht mehr lebt sie würde bestimmt nicht nur 8 monate leben.ist ja kein wunder das er das wieder macht r denkt sich ja es gibt ja eh nur bewährung.ich finde es eine schande was die behörden hier machen
16:29
Eine Ehefrau und Mutter von zwei Kindern ist getötet worden. Bis zum Gerichtstermin hat sich der Verursacher noch nicht einmal entschuldigt, dann bekommt er 8Monate auf Bewährung.................Das geht gegen mein Verständnis von Recht und Unrecht.
16:36
Der Raser hat einen Menschen totgefahren und dann Bewährung. Ist doch wohl ein Witz. 3 Monate Fahrverbot gibt es auch schon ohne Tote. Man kann nur den Kopf schütteln über so ein Urteil.
16:18
8 Monate find ich ziemlich wenig. Ein Wunder, das er sich jetzt endlich mal bei der Familie entschuldigt hat, aber wahrscheinlich nur, damit er eine geringere Strafe bekommt.