Therapiewunsch verhallt: Haftstrafe verlängert

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Menden..  Ein voll umfängliches Geständnis, Reue und der inständig vorgetragene Wunsch, bald eine Drogentherapie antreten zu wollen, beeindruckten das Amtsgericht am Montag nur zum Teil. Ein 28-Jähriger, der bereits gerade in Hamm eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten abbrummen muss, geht sogleich in die Vollzugs-Verlängerung. Strafrichter Jung packte noch ein Jahr und drei Monate drauf.

„Es ist erstaunlich, was Sie für eine Schlagzahl an Fällen an den Tag gelegt haben“, wandte sich Jung an den Angeklagten. Der Mann hatte zur Drogenfinanzierung häufig im halböffentlich zugänglichen Raum Beute gemacht. Mal bei einem Party-Service, mal in einem Spielparadies für Kinder. Auch den Fahrer eines mobilen Tiefkühlservice-Unternehmens beobachtete der Dieb genau. Als der Ware zum Kunden brachte, schlug der Dieb in dem nicht verschlossenen Fahrzeug zu.

Vor allem auf Geldbörsen hatte der Drogensüchtige es abgesehen. Zwar waren es zumeist kleinere Beträge, die er vorfand. Aber die Summe der Diebstähle mit zehn Taten binnen kurzer Zeit (August bis Dezember 2014) war zu groß, um noch eine Bewährungsstrafe zu verhängen: „Sie haben noch einen langen Weg vor sich“, setzte Jung in seinem Strafmaß auch auf „die Wirksamkeit des Nachdenkens in der Haft“.