Thekla-Stammtisch mit Tradition

Der Geschenkkorb ist ein Klassiker für die Ex-Mitarbeiter der Firma Thekla. Wer ihn nach Hause mitnehmen will, der muss beim Bingo gewinne
Der Geschenkkorb ist ein Klassiker für die Ex-Mitarbeiter der Firma Thekla. Wer ihn nach Hause mitnehmen will, der muss beim Bingo gewinne
Foto: WAZ

Oesbern..  Die Firma Thekla, die hochwertige Töpfe und Küchengeräte herstellte, existiert schon seit 20 Jahren nicht mehr, der Stammtisch der Mitarbeiter aber schon. Seit 1985 treffen sich die Männer regelmäßig zum gemütlichen Beisammensein. Gastgeber sind seit jeher Josef Thöle und seine Ehefrau.

Josef Thöle, Kurt Klohn, Ludwig Neuhaus, Michael Fricke, Jürgen Risse, Klaus Fehrs, Johannes Patschull und Josef Kordes treffen sich noch immer zweimal im Jahr: zum Sommerfest und zur Weihnachtsfeier. Der Garten der Familie Thöle bietet sich nicht zuletzt wegen der geräumigen Hütte als „Vereinsheim“ an. Hier oben in Oesbern ist es schön und ruhig, da dürfen die Herren auch mal etwas länger draußen sitzen. Seit ein paar Jahren nehmen sind auch die Ehefrauen beim Stammtisch dabei.

Eine Partie Bingo

„Wir sind ein eingeschworener Haufen, die Firma war wie eine Familie“, sagen die Männer übereinstimmend. Alle sind immer gerne zur Arbeit gegangen. Deshalb haben sie am Stammtisch festgehalten, nachdem Thekla längst insolvent war.

Am Samstag sitzen die Stammtischmitglieder wieder bei Josef Thöle im Garten. Sie feiern ihr 30-jähriges Jubiläum. Während der Grill brutzelt, erzählen die Männer vom Geschenkkorb, um den sie heute noch eine Partie Bingo spielen werden. Natürlich schwelgen sie in Erinnerungen, „aber nicht nur“, versichert Kurt Klohn. Die Rentner der Gruppe treffen sich zwischendurch immer mal wieder, daher sind sie immer auf dem Laufenden. „Früher sind wir auch noch gewandert, aber das geht jetzt nicht mehr“, erzählt Ludwig Neuhaus. 42 Jahre war Neuhaus bei Thekla tätig. Weil er damit derjenige mit den meisten Dienstjahren ist, haben die anderen ihn zum Präses gemacht. „Ein anstrengender Posten, vor allem wegen der hohen Telefonkosten“, lacht Ludwig Neuhaus.

Hohe Qualität hergestellt

Der Stammtisch ging aus dem letzten Arbeitstag vor Weihnachten hervor. Da gingen einige Beschäftigte zusammen in eine Kneipe und stießen auf das alte Jahr an. Ab 1985 war dann der Stammtisch geboren.

Wie erklären sich die Männer, dass noch immer Thekla-Töpfe und Pfannen in Mendener Küchen in Gebrauch sind? „Wir haben Qualität hergestellt“, so Josef Thöle.

Wurst mit Apfelkorn

Von der Qualität haben sich die Herren selbst überzeugt. „Einmal haben wir eine frisch gefertigte Pfanne genommen und in der Pause auf der Firma Bratwurst mit Apfelkorn übergossen und gebraten. Das war lecker“, schwärmt Kurt Klohn noch immer und erntet lautes Lachen von seinen Freunden.