Tagung statt Empfang

Für eine Tagung war die Veranstaltung am Sonntagnachmittag im Schmelzwerk gut besetzt. Franz Müntefering als Redner ist immer eine Bereicherung, und Marie Ting von der Südwestfalen-Agentur machte überzeugend Werbung für die Region. Nur: Betitelt war der Nachmittag als Stadtempfang, nicht als Tagung. Eineinhalb Stunden lang erlebten die Gäste Frontalvorträge – das ist zu lange für einen Anlass, bei dem die Menschen nach üblichem Verständnis in erster Linie miteinander ins Gespräch kommen sollen. Bürgermeister Fleige erkannte die falsche Akzentuierung und versprach eine Kurskorrektur für den nächsten Stadtempfang. Das ist richtig.

Andererseits verhinderte die lange Rednerliste, dass aus dem Empfang eine reine Wahlveranstaltung von Bürgermeister Fleige wurde. Sicher, er nutzte den Anlass, um die Erfolge seiner Amtszeit aufzulisten und künftige Projekte zu erwähnen. Das machen andere Verwaltungschefs aber abseits von Wahlterminen genauso.

Gelungen war hingegen das Ambiente in einer als Disco genutzten Industriehalle. Ungewöhnliche Orte wie das Schmelzwerk können städtischen Empfängen einen neuen, bürgernahen Schwung geben.