Straßen mit NS-Historie zügig umbenennen

Im Januar 2013 hatte eine Gruppe von Bürgern erstmals die Umbenennung von Straßennamen mit NS-Historie gefordert. Archivf
Im Januar 2013 hatte eine Gruppe von Bürgern erstmals die Umbenennung von Straßennamen mit NS-Historie gefordert. Archivf
Foto: WP

Menden.. Bereits im Januar 2013 stellte eine Gruppe von Bürgern den Antrag, Straßen umzubenennen, die an bekennende Nationalsozialisten erinnern. Anlässlich des 76. Jahrestages der Reichspogromnacht und der Gedenkfeier am kommenden Sonntag fordern sie in einer Stellungnahme den Rat auf, endlich ein Verfahren zur Umbenennung derjenigen Straßen zu finden, zu beraten und zu beschließen, „die die Namen nationalsozialistischer Wegbereiter und Unterstützer tragen“. Das, so die Unterzeichner (siehe Infobox), würde das städtische Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht glaubwürdiger machen.

Gedenkveranstaltung ist richtig

In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Es ist richtig und gut, dass die Stadt am Sonntag mit einer Veranstaltung im Alten Ratssaal und anschließend am Gedenkstein in der Hochstraße den Opfern der nationalsozialistischen Vernichtung gedenkt. Wir fordern alle Mendener/innen auf, sich der Veranstaltung zu beteiligen.“ Gleichzeitig fänden sich in Menden noch immer Straßen, „die die Namen von geistigen Wegbereitern des nationalsozialistischen Terrors tragen. Maria Kahle, Ina Seidel und Heinrich Lersch waren drei Schriftsteller/innen, die durch Führerkult und ihre völkisch-rassistische Weltanschauung und Schriften den Weg zum Holocaust geistig vorbereitet haben.“ Anträge zur Umbenennung der nach ihnen benannten Straßen lägen dem Rat seit fast zwei Jahren vor. Eine politische Mehrheit für die Umbenennung habe es bisher nicht gegeben. In anderen Städten sei man da weiter.

So wird sich in Unna zukünftig eine Kommission mit dem Thema Straßenumbenennung befassen. Nach dem Vorbild der Stadt Münster sollen möglicherweise belastete Straßennamen systematisch überprüft werden. Die Stadt Schwerte hat erst vor wenigen Tagen im Ausschuss für Bürgeranregungen und Bürgerbeschwerden entschieden, die Agnes-Miegel-Straße in Kleine Feldstraße umzubenennen.