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„Stille ist ein wünschenswerter Zustand“

28.10.2012 | 10:00 Uhr
„Stille ist ein wünschenswerter Zustand“
Donnerstagabend las Sandra Limoncini

Menden. In der deutschen und der italienischen Kindererziehung gibt es gravierende Unterschiede. Das weiß Sandra Limoncini aus eigener Erfahrung, denn sie erlebte mit einer deutschen Mutter und einem italienischen Vater einen bunten Mix aus beidem. In ihrem Buch „Bambini sind Balsamico für die Seele“ erzählt sie darüber.

Am Donnerstagabend weihte sie zahlreiche Zuhörer im Rahmen des Autorenherbstes im Alten Ratssaal sehr unterhaltsam in die Geheimnisse der italienischen Erziehung ein. „Dieses Buch ist kein Ratgeber“, betonte sie. „Falls mir jedoch ein Rat herausgerutscht sein sollte, ignorieren sie ihn einfach. Das machen alle Italiener so.“

So erzählte die Autorin in humorvoller Weise vom explosionsartigen Ausbruch des italienischen Familiensinns bei ihrer ersten Schwangerschaft und ließ eigene Kindheitserinnerungen an lange Urlaube bei den Verwandten im italienischen Campobasso wieder aufleben. Aus dem Blick verlor sie dabei nicht die „Bambini“. „Kinder finden in Italien eine größere Akzeptanz. Stille ist dort kein wünschenswerter Zustand, und die Familienbande sind enger“, erläuterte Sandra Limoncini. So erkläre sich unter anderem das Verhältnis zu den unterschiedlichen Schlafzeiten. Seien die Kinder in Italien häufig bis nach Mitternacht noch auf, würden die Kinder in Deutschland pünktlich am Abend zu Bett gebracht. „Auch die italienischen Kinder bekommen ausreichend Schlaf“, so die Autorin. Die Schule beginne später und oft würde sich der Nachwuchs danach zum Mittagsschlaf hinlegen. In Deutschland hingegen würden Eltern gerüffelt, die mit ihren Kindern spät abends noch unterwegs seien.

Die Protagonisten des Buchs wie Sandra Limoncinis Vater Antonio, der als Gastarbeiter nach Deutschland kam, und weitere Familienmitglieder der Sippe, waren den meisten Zuhörern aus dem Bestseller „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ bekannt. Mit diesem Roman hatte Sandra Limoncinis Ehemann Jan Weiler 2003 sein Debüt gegeben, das später verfilmt wurde. 2005 brachte er mit „Antonio im Wunderland“ eine Fortsetzung heraus.

Am Donnerstagabend mischte sich der Bestsellerautor und Journalist unter das Publikum und lauschte der Lesung. Er sei derzeit ebenfalls auf Tour und habe seinen freien Tag für einen Abstecher nach Menden genutzt, um seine Frau zu treffen, die aus Erfurt angereist war, verriet er.

Uta Baumeister

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2012-10-28 10:00
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