Steinbrück-Honorar für Auftritt in Menden ist Geheimsache

Peer Steinbrück – hier auf dem DPA-Bild des Jahres 2013 – kommt nach Menden.
Peer Steinbrück – hier auf dem DPA-Bild des Jahres 2013 – kommt nach Menden.
Foto: dpa

Menden..  Peer Steinbrück will heute über die „Vertagte Zukunft“ reden. Der frühere Bundes-Finanzminister stellt ab 17 Uhr in der Sparkasse sein gleichnamiges Buch vor. Die 120 Eintrittskarten sind schon lange vergriffen. Steinbrück ist ein beliebter Redner. Seine Auftritte ließ er sich in der Vergangenheit gerne sehr gut bezahlen. Auch in Menden?

Steinbrück und Vorträge – da war doch was . . . 25 000 Euro kassierte der SPD-Politiker vor vier Jahren für einen Auftritt beim Atrium-Talk der Bochumer Stadtwerke. Damit sorgte der Kanzlerkandidat für einen handfesten Skandal im Bundestagswahlkampf 2013. Dazu der Vorwurf an die öffentliche Hand, für viel Geld einen elitären Zirkel beglückt zu haben.

Polit-Promi eher günstig

Bei dieser Summe lacht der Mendener Veranstalter An­dreas Wallentin. Peer Steinbrück erhalte für seinen Auftritt in Menden nicht annähernd den Bochumer Betrag. Im Vergleich der mehr oder weniger prominenten Autoren, die Wallentin immer wieder zu Veranstaltungen nach Menden holt, reiche die Entlohnung für den aktiven Bundestagsabgeordneten Peer Steinbrück „weit ins untere Fünftel“. Über konkrete Zahlen will Wallentin dann aber nicht reden. „Zu Honoraren meiner Autoren sage ich nichts.“ Dazu verpflichte ihn auch der Vertrag mit dem prominenten Gast.

Steinbrück macht bei der Lesereise im Auftrag seines Verlags Hoffmann und Campe Werbung für das Buch. Auch der Verlag schweigt zu den Einkünften Steinbrücks. Die Lesereise sei Bestandteil eines kompletten Autorenvertrags, sagt Verlagssprecherin Carola Brand. Steinbrücks Wahlkreisbüro will ebenfalls keine Anfrage zu Honoraren des Abgeordneten beantworten.

Andreas Wallentin redet nur ungern über die Finanzierung seiner Reihen Autorenfrühling und Autorenherbst. Er versucht den Eindruck zu vermeiden, dass er sich selbst an den Lesungen finanziell bereichert. „Kultur ist nie kostendeckend“, sagt Wallentin. Da brauche es Unterstützung.

Als Sponsor tritt seit vielen Jahren die Sparkasse Märkisches Sauerland auf. Der Sparkassenvorstand – sonst auch bei Kleinspenden um Aufmerksamkeit bemüht – will zur Fördersumme für die Autorenlesungen nichts sagen. Die Finanzen seien Sache des Veranstalters, sagt Vorstand Dr. Christian Wingendorf. Bei Steinbrück gelte: „Wir stellen nur unsere Räumlichkeiten zur Verfügung.“ Darüber hinaus will Wingendorf die Sparkasse noch nicht einmal im Zusammenhang mit Steinbrück erwähnt wissen.

Später nach Dortmund

Buchhändler Wallentin lenkt die Aufmerksamkeit auf Peer Steinbrück. Bei den Reisekosten sei „der klügste Kopf im Bundestag“ nämlich bescheiden. Steinbrück kommt mit der Bahn aus Meschede. Später fährt Wallentin Steinbrück zu einer Lesung nach Dortmund.