Stadtwerke holen sich Strom vom Nordseewind vor Borkum

Fröndenberg/Borkum..  Die Fröndenberger Stadtwerke drehen jetzt am Windrad: Die erste Anlage des Trianel-Windparks vor Borkum ist erfolgreich ans Netz gegangen. Die Stadtwerke sind daran beteiligt.

Nach eigenen Angaben will das heimische Versorgungsunternehmens damit die Bemühungen zur Förderung regenerativer Energie weiter vorantreiben. An dem Gemeinschaftsprojekt von 33 Energieversorgern sind die Fröndenberger Stadtwerke mit einer Leistung von 2,2 Megawatt beteiligt. Damit können sie zukünftig fast 9 Millionen Kilowattstunden Strom aus 100 Prozent Windkraft erzeugen. Insgesamt sollen die Windenergieanlagen 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum eine Leistung von fast 200 Megawatt aufbringen.

„Es hat zwar ein bisschen gedauert, aber jetzt, wo die ersten Windkraftanlagen im Probebetrieb laufen, sieht man den Erfolg und es werden ja auch die übrigen bis zum Frühjahr sukzessive zugeschaltet“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Fröndenberg, Bernd Heitmann.

Die Installation der Windenergieanlagen war bereits Mitte 2014 abgeschlossen worden. Nach einer kurzen Verzögerung wurde im Dezember schließlich die dauerhafte Stromverbindung zum Festland etabliert. „Wenn das Wetter mitspielt, geht der gesamte Windpark schon im Sommer vom Probe- in den Regelbetrieb über.“

Die Beteiligung am Trianel-Windprojekt ist für die Stadtwerke Fröndenberg ein weiterer Meilenstein zur umweltfreundlichen Stromerzeugung. Zusammen mit seinen Laufwasserkraftwerken an der Ruhr ist der kommunale Energieversorger allein aus den eigenen Anlagen zukünftig in der Lage, bis zu 30 Millionen Kilowattstunden klimaneutralen Strom zu erzeugen. Das entspricht dem Jahresbedarf von etwa 10 000 Haushalten.

Übrigens verfügen die Stadtwerke Fröndenberg mit der Gewinnung von Strom aus der Natur über 100 Jahre Erfahrung: Das älteste Wasserkraftwerk in Wickede (1913) produziert jährlich rund 4.300.000 Kilowattstunden Strom.

Seit 1994 betreiben die Stadtwerke überdies eine Windkraftanlage auf dem Henrichsknübel mit einer Leistung von 150 Kilowattstunden. Es liefert pro Jahr 230 000 Kilowattstunden Strom. Weitere Windräder im Stadtgebiet zu bauen, sei schwierig, heißt es aus dem Unternehmen – wegen vieler Naturschutzvorschriften. Allerdings betrieben auch Privatleute insgesamt acht Windräder in Fröndenberg, die zusammen 5,3 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen.