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Stadtwerke-Chef geht vorzeitig in Ruhestand

30.10.2012 | 21:46 Uhr
Stadtwerke-Chef geht vorzeitig in Ruhestand
Stadtwerke Pressekonferenz: Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Steinhage, Geschäftsführer Helmut Heidenbluth, Vertriebsleiter Philipp HeberleFoto: Michael Koch

Menden.   Auch an diesem Tag stand das Unternehmen für Helmut Heidenbluth an erster Stelle: Wie in jedem Jahr präsentierte er am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz die Zahlen der Stadtwerke Menden. Bestens informiert sprach er über Erfolge, über Strategien für die Zukunft. Doch diese Zukunft wird der 60-Jährige schon bald als Privatmann aus der Ferne beobachten.

Helmut Heidenbluth machte gestern das öffentlich, was schon seit einigen Tagen als Gerücht in der Stadt zu hören war und was er am Abend zuvor den Stadtwerke-Mitarbeitern in einer Versammlung verkündet hatte: Dass er zur Mitte des kommenden Jahres in den vorzeitigen Ruhestand gehen wird. Der Stadtwerke-Geschäftsführer zollt damit der Krankheit Tribut, die ihn seit nunmehr zwölf Monaten immer wieder ans Krankenbett gefesselt hatte.

„Ich bin mittlerweile genesen, im Moment fühle ich mich sehr gut“, sagte gestern ein gelassen wirkender Helmut Heidenbluth. „Aber ich weiß nicht, ob ich kontinuierlich die Kraft haben werde für die neuen Herausforderungen.“ Denn so wie zu Beginn seiner Amtszeit 1998 die Liberalisierung den Energiemarkt revolutioniert habe, so übergebe er nun die Geschäfte am Beginn eines neue Meilensteins: der Energiewende und ihrer Folgen. Für diese Aufgaben seien die Weichen gestellt, eine solide Basis geschaffen. Aber leicht habe er sich seine Entscheidung nicht gemacht: „Ich habe ja sehr gerne gearbeitet.“

Eine Personalberatungsfirma ist nun beauftragt worden, einen Nachfolger zu finden. Eine Findungskommission, an der Heidenbluth selbst mitgewirkt hat, hat ein Profil erarbeitet, dem ein Nachfolger entsprechen soll. Aufsichtsratschef Klaus Steinhage sagte gestern: „Es wird aber schwer sein, so jemanden zu finden, wie unseren Helmut Heidenbluth.“

Hinter den personellen Veränderungen traten die Zahlen gestern ein wenig zurück.

1. Umsatz und Gewinn: Der Umsatz der Stadtwerke Menden lag im vergangenen Jahr bei 64,4 Millionen Euro. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Überschuss von rund 3,25 Millionen Euro, der in den Haushalt der Stadt fließt.

2. Erlös für Stadtkasse: Rechnet man zu dem Jahresgewinn von 3,25 Millionen Euro noch die Konzessionsabgaben für die Energieversorgungsnetze, die die Stadtwerke an die Stadt zahlen müssen, flossen mehr als 6 Millionen Euro in Mendens Stadtsäckel.

3. Investitionen: Im vergangenen Jahr investierten die Stadtwerke gut 12,4 Millionen Euro – ein außergewöhnlich hoher Wert, in dem auch die rund 7 Millionen Euro für die Integration des auf Mendener Boden befindlichen Netzes der Energie AG (dem früheren Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Menden und Iserlohn) eingerechnet sind. Aber auch ohne diesen Wert, so Heidenbluth, sei die Summe der Investitionen höher als die der Abschreibungen: „Wir investieren in unsere Substanz.“ Davon profitierten auch heimische Unternehmen.

4. Effizienzsteigerung: Man habe im eigenen Haus die Effizienz deutlich steigern können, so der scheidende Helmut Heidenbluth. Dazu gehöre auch, dass man das eigene Know-How im Hause nutze und auf externe Dienstleister und Berater weitgehend verzichte. 1 Millionen Euro habe man so im Jahr 2011 einsparen können.

5. Beschäftigtenzahl: Die Zahl der Mitarbeiter ist auf 134 gestiegen – weil acht Mitarbeiter der Energie AG übernommen wurden. Zehn Auszubildende sind ebenfalls in der Zahl erhalten. Trotz der Synergieeffekte, die man durch Kooperationen und betriebsinterne Effizienzsteigerung erreiche, sei kein Arbeitsplatzabbau geplant. Im Gegenteil: Das Ziel sei es, durch Aufgabenerweiterungen – insbesondere als Dienstleister – weitere Stellen zu schaffen.

6. Kooperationen: Die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Fröndenberg soll nach dem erfolgreichen Bau des gemeinsamen Wasserwerks in weiteren „Projektkooperationen“ vertieft werden.

Michael Koch



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