Stadtempfang mit Hegering-Protest

Menden..  Wenn am Sonntag gegen 16 Uhr die Gäste zum Stadtempfang ins Schmelzwerk an der Unteren Promenade pilgern, sollen sie vor dem Eingang auf die Nachteile des neuen Landesjagdgesetzes aufmerksam gemacht werden. Initiator der Protestaktion, die mit Transparenten und Plakaten auskommen und den Empfang als solchen nicht stören will, ist der Hegering Menden. Laut dessen Internetseite soll der Protest um 15.15 Uhr beginnen und um 16.15 Uhr, also eine Viertelstunde nach Beginn des Stadtempfangs, wieder beendet sein. Laut dem Aufruf sollen alle Teilnehmer allerdings rote Warnwesten mitbringen, um optisch zusätzlich bei dem offiziellen Ereignis der Mendener Stadtverwaltung aufzufallen.

„Unter Generalverdacht“

Die neuen Jagdgesetze befinden sich im Landtag aktuell in der Beratung. Wesentliche Kritikpunkte fasst der Waldbauernverband NRW in seiner Stellungnahme zusammen. Demnach verwahren sich Jagdausübungsberechtigte und Waldeigentümer gegen Eingriffe in ihre Eigentumsfreiheit. Die Eingriffe sehen sie gegeben, wenn neue Regelungen die Liste der jagdbaren Tierarten einschränken oder die Jagd in Schutzgebieten sowie die Bewirtschaftsfreiheit etwa durch die Anlage von Wildäckern beschneiden.

Auf die Palme bringt die Jäger auch, dass der Gesetzgeber ihnen keinen so genannten „Vertrauenskorridor“ mehr zusprechen wolle. Stattdessen fühle man sich durch einige geplante ordnungspolitische Maßnahmen „unter einen Generalverdacht“ gestellt. So lehne man alle geodatenbezogenen Meldepflichten, etwa von Jagdeinrichtungen, ebenso strikt ab wie – aus staatsbürgerlicher Sicht – auch die Möglichkeit von Meldungen durch Waldbesucher.