Stadt will noch mehr für den Klimaschutz tun

Fröndenberg..  Die Stadt hat in den zurückliegenden acht Jahren ihren Strom- und Heizenergieverbrauch erheblich gesenkt. Der Verbrauch in beiden Bereichen lag 2014 um zusammengerechnet 2,362 Millionen Kilowattstunden unter dem des Jahres 2006. Die Energieeinsparung macht sich bezahlt: Allein durch die Modernisierung der Straßenbeleuchtung spart die Stadt nach Angaben aus dem Rathaus 250 000 Euro pro Jahr. Die Fröndenberger merken das zwar nicht direkt in ihrem Portemonnaie. „Aber wir können dieses Geld natürlich für andere Maßnahmen verwenden“, erklärt Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe.

Geld sparen – Zuschüsse bekommen

Die Verbrauchsdaten stammen aus dem Energiebericht der Stadt. Die Verwaltung hat ihn jetzt der Politik vorgelegt. Demnächst werden die Ratsmitglieder aber noch mehr Daten und Fakten aus dem Energiebereich bekommen: Fröndenberg nimmt nämlich ab sofort am European Energy Award – kurz EEA – teil. Hinter diesem Begriff steckt eine auf Jahre angelegte weitere Verbesserung des städtischen Energieverbrauchs (siehe Info-Kasten). Wenn Fröndenberg die gesteckten Ziele erreicht, spart die Stadt nicht nur weiteres Geld – es steigert auch die Chancen, für Baumaßnahmen zusätzliche Fördergelder zu bekommen.

Die Teilnahme am EEA ist allerdings so aufwändig, dass die Verwaltung diese Arbeit nicht alleine schafft. Sie hat sich deshalb die Infas Enermetic Consulting GmbH ins Haus geholt. Das Unternehmen aus Greven begleitet bereits seit Jahren Kommunen beim EEA-Prozess. Geschäftsführer Reiner Tippkötter war am Dienstag zur ersten Arbeitssitzung im Rathaus. Im ersten Zug wird Fröndenberg für den EEA rund 40 000 Euro ausgeben, erklärte Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe. 31 000 Euro davon kommen als Zuschuss.

Expertenteam im Rathaus

Und wie geht es weiter? Reiner Tippkötter wird zunächst analysieren, wo Fröndenberg energetisch steht. Dazu ist beispielsweise der Energiebericht eine Grundlage. Anschließend erarbeiten Infas und die Stadtverwaltung künftige Maßnahmen zum Klimaschutz und zum Energiesparen. Im Frühjahr 2016, so plant es Tippkötter, werden diese Ideen dem Rat vorgelegt werden. Dabei kann es dann beispielsweise um die Anschaffung von E-Fahrzeugen für die Stadt gehen oder um Energiesanierungen städtischer Gebäude.

Damit sich der EEA am Ende für Fröndenberg auszahlt, muss die Stadt bestimmte, vorgegebene Kriterien erfüllen. Infas Enermetic übernimmt diese Bewertung. Anschließend wird dieses Ergebnis aber noch einmal gecheckt, wahrscheinlich vom TÜV Rheinland. Im Rathaus arbeitet Tippkötter mit einem eigens gebildeten Expertenteam zusammen. Dazu gehören neben dem Baufachbereichsleiter Martin Kramme auch Michael Freitag (Bereich Energiebeschaffung der Stadtwerke), Wirtschaftsförderin Anna Wehrmann, Stefan Neuhaus von der Gebäudewirtschaft der Stadtverwaltung und Martina Garda-Mantz vom Bauamt.