Stadt will mehr tun für Kinder in Asylheimen

Menden..  Wie betreut man die derzeit 52 Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die in Unterkünften an der Bischof-Henninghaus-Straße sowie den kleineren Standorten Mühlenberg- und Heidestraße untergebracht sind? Diese Anfrage der Grünen im Ausschuss für Kinder- und Jugendhilfe legte gestern Abend große Probleme offen. Nadine Huckschlag erklärte, dass man mit Standard-Kitaplätzen hier nicht weiterkomme. „Knackpunkte sind die fehlende Verständigung, die unplanbare Dauer des Aufenthalts und die ständig variierende Zuzugsrate.“ Kinder aus Kriegsgebieten, die Schreckliches erlebt haben, seien zudem oft traumatisiert und verhaltensauffällig. Ferner müssten sie ihre Kita zu Fuß erreichen, und besuchten daher vor allem die Kitas auf der Platte Heide. Auf Seiten der Erzieherinnen gebe es im Umgang mit traumatisierten Kindern wenig Erfahrung.

Claudia Schirmer, Leiterin der Evangelischen Jugendhilfe, bot hier Rat und Tat ihrer Einrichtung an – im Einzelfall und in Schulungen. Das wurde mit Beifall quittiert. Zugleich stellte Huckschlag fest, dass ungeachtet der Probleme auch die Chancen zu sehen seien, die diese Kinder mitbrächten. Im Übrigen gebe es bereits erste Förderprogramme zur Betreuung von Flüchtlingskindern außerhalb des Kibiz-Systems, das deren besonderen Bedarfen Rechnung tragen soll.