Stadt will Mastanlage genehmigen

Fröndenberg..  Mit dem Bauvorhaben für eine Schweinemastanlage Im Sundern soll sich am 5. Februar der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt befassen. Ein Landwirt plant auf seiner Hofstelle einen Stall für 3000 Mastschweine. Die nächsten Wohnhäuser liegen 550 Meter davon entfernt. Der Eigentümer der Hofstelle stellte bei der zuständigen Immissionsschutzbehörde des Kreises Unna den Antrag auf Errichtung und Betrieb. Das eingeschossige Gebäude mit Satteldach soll rund 70 Meter lang und 50 Meter breit werden. Die Grundfläche liegt bei 3200 Quadratmetern. Wenn die Politik zustimmt, würden auf dem Hof neben den Mastschweinen auch jeweils 2000 Ferkel und Hühner, 336 Sauen und zwei Eber gehalten. Der Stall wäre die achte Bauwerk auf dem Hof.

Die Politik ist mit dem Vorhaben befasst, weil das Bundes-Immissionsschutzgesetz dies so vorsieht. Auch die Öffentlichkeit ist zu beteiligen: Antrag und Unterlagen liegen noch bis 11. Februar in der Planungsabteilung der Stadt sowie im Umweltamt des Kreises Unna zur Einsicht aus. Bis zum 25. Februar können dazu Einwendungen vorgebracht werden, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

Gülle geht an die Nährstoffbörse

Die Stadtverwaltung erklärt aber in ihrer Stellungnahme „das gemeindliche Einvernehmen“ erteilen zu wollen. Die gutachterlich geprüfte Geruchsbelästigung im Umkreis von einem Kilometer um den Stall werde durch die modernen Abluftanlagen des Neubaus gegenüber dem heutigen Stand sogar sinken. Das gelte auch für die nächstliegenden Wohnhäuser und den Ortsrand von Hohenheide.

Zum Genehmigungsverfahren gehört laut Vorlage indes noch eine Umweltverträglichkeits-Studie, die auch Artenschutz, Landschaftspflege und Ausgleichsmaßnahmen umfasst. So sei der neue Stall entlang der zur freien Landschaft liegenden Seiten mit einer drei Meter breiten Feldhecke einzugrünen. Und am Rammbach muss der Landwirt Ackerflächen für Ausgleichsmaßnahmen aufgeben.

Für die anfallenden Güllemengen könne der Bauer den erforderlichen Lagerraum nachweisen, die Gülle aber nicht komplett auf eigene Flächen ausbringen. Jährlich müssten daher 2500 Kubikmeter an die Nährstoffbörse NRW abgegeben werden. Dafür habe der Landwirt bereits 2013 eine Vermittlungsgarantie der Börse für die Dauer von neun Jahren erhalten.