Stadt will iPads für Ratsmitglieder

Fröndenberg..  Die Stadtverwaltung will alle Mitglieder des Stadtrates noch in diesem Frühjahr mit Tablet-Computern ausstatten. Die Anschaffung der modernen Technik soll auf Dauer vor allem Geld sparen und gedruckte Unterlagen ersetzen. Der Widerstand gegen die technische Revolution ist offensichtlich deutlich geringer als in der Mendener Politik.

Die Stadtverwaltung geht von einer Investition in einer Größenordnung von 20 000 Euro für die Geräte aus. Alle 34 Ratsmitglieder und die Spitzenkräfte der Stadtverwaltung sollen jeweils ein Gerät in die Hand gedrückt bekommen. „Wir haben gerade Angebote eingeholt“, sagt Ole Strathoff, der den Fachbereich Zentrale Dienste in der Stadtverwaltung leitet. Bis Anfang Februar soll es Klarheit über die Kosten geben.

Private Nutzung extra erlaubt

Anders als in Menden sollen nicht nur Technikbegeisterte auf das iPad umsteigen. Grundsätzlich sei die Nutzung aber freiwillig. Wer nicht mit dem Finger übers Display wischen will, bekomme weiter dicke Papierstapel zum Durchblättern, versichert Strathoff. „Wir haben aber die Hoffnung, dass sich alle Ratsmitglieder beteiligen.“ Bislang haben sich noch keine Verweigerer gemeldet.

Durch die Umrüstung will die Stadtverwaltung auf Dauer massiv Kosten sparen. Der Druck von Sitzungsunterlagen kostet Zeit und Geld. Auch der teure Post-Versand könnte demnächst eingespart werden. Andere Gemeinden sammelten schon positive Erfahrungen.

Die Stadtverwaltung will ausdrücklich auch die private Nutzung der Geräte erlauben. „Wir planen keinerlei Beschränkungen, um das Interesse zu fördern“, sagt Strathoff. Es soll auch keinen Nutzungskodex geben. In Menden hatte ein FDP-Ratsherr mit Spielen auf dem iPad für Schlagzeilen gesorgt.

Offen ist noch, wer die Pflege der Geräte übernimmt. Theoretisch sei es möglich, die iPads ins Eigentum der Ratsleute zu übertragen. Dann müssten sich die Freizeit-Politiker selbst um Reparaturen kümmern. Andernfalls müsste die Stadt mit laufenden Kosten rechnen.

Bei den iPads des US-amerikanischen Herstellers Apple handelt es sich um vergleichbar teure Geräte. Allerdings gebe es kaum praktikable Alternativen, betont Strathoff. Die Spezial-Programme seien nur auf dem iPad lauffähig. Die Stadt habe auch schon in diese Technik investiert. „Alle Kommunen haben dieselbe Software im Einsatz.“