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Stadt und Investoren vor Gericht

26.10.2012 | 12:57 Uhr
Stadt und Investoren vor Gericht
Hier an der Fröndenberger Straße will Gilde-Investors ein Einkaufszentrum entwickeln, das die Stadt jedoch ablehnt.Foto: MARTINA DINSLAGE

Menden. Schon seit Wochen verkündet das Schild an der Fröndenberger Straße, dass in Kürze ein „Fashion Outlet“ auf dem ehemaligen Steinbach-Gelände eröffnet wird – auf Deutsch: ein Fabrikverkauf für Kleidungsstücke. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Denn die Stadtverwaltung wird dies nach WP-Informationen nicht genehmigen. Und auch die von der heutigen Besitzerin des Geländes gewünschte Erweiterung des Aldi-Marktes lehnt die Verwaltung weiter ab. Am kommenden Montag wird der Fall vor dem Verwaltungsgericht in Arnsberg verhandelt.

Damit scheinen sich die Pläne zur Wiederbelebung des Steinbach-Geländes als Nahversorgungszentrum, die das Gronauer Unternehmen Gilde-Investors vor knapp einem Jahr in der WP präsentiert hatte, mehr und mehr zu zerschlagen. Denn auch einen zunächst geplanten Drogerie-Markt lehnt die Stadtverwaltung ab. Und sie beruft sich dabei auf das 2007 beschlossene Einzelhandelskonzept. In dem ist auch die so genannte „Mendener Sortimentsliste“ enthalten, die festlegt, welche Waren künftig wo im Stadtgebiet verkauft werden dürfen (Hintergrund).

Bestehende Geschäfte haben in ihrer heutigen Größe Bestandsschutz. Neuansiedlungen und Erweiterungen will die Stadt aber steuern. Und zwar mit der klaren Richtung, dass die Zentren als Einkaufsorte gestärkt werden sollen.

Das hat Auswirkungen auf das Steinbach-Gelände: Textilien fallen laut „Mendener Sortimentsliste“ unter die zentralen-relevante Waren. Deshalb wird das „Fashion Outlet“ auch abgelehnt. Der Aldi-Markt hat in seiner jetzigen Größe zwar Bestandsschutz – eine Erweiterung um die geplanten rund 100 Quadratmeter soll es aber nicht geben. Denn auch die dort vorwiegend verkauften Lebensmittel sind zentren-relevant. Das sieht die Besitzerin Gilde-Investors aber offensichtlich anders und hat die Stadt verklagt – daher am Montag auch die Verhandlung in Arnsberg.

Das Gronauer Unternehmen hatte das Gelände nach der Steinbach-Insolvenz bei einer Versteigerung erworben. Dass nun die Ursprungspläne von Gilde-Investors durchkreuzt werden, sorgt innerhalb der Stadtverwaltung offensichtlich für wenig Mitleid: Andere Interessenten hätte sich vorher bei der Stadtverwaltung informiert, was dort an Ansiedlungen möglich sei. Was das Unternehmen dazu sagt, ist unklar. Trotz mehrfacher Anfrage der WP gab es bislang keine Rückmeldung. Auf der Homepage von Gilde-Investors werden noch immer Mieter für das geplante Einkaufszentrum gesucht.

Sollte die Aldi-Erweiterung tatsächlich scheitern und der Discounter sich dann zurückziehen, wird der schon angekündigte Plan B von Gilde-Investors nicht aufzuhalten sein. Dann soll dort nämlich eine Spielhalle entstehen. Planungsrechtlich kann die Stadt diesen Plan B nicht verhindern.

Michael Koch und Thorsten Bottin



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