Stadt stutzt zu viel: Streit um Hecke

Fröndenberg..  Unstrittig ist in diesem Fall nur eines: Die Stadt Fröndenberg tat im November beim Stutzen der Hecken am Westfeld zu viel des Guten. Bauhof-Kräfte setzten mindestens ein Gehölz auf den Stock zurück, das nicht der Stadt gehört, sondern Peter Tönnesmann.

Das war’s aber auch schon mit der Einigkeit. Denn der Fröndenberger vermisst seitdem 15 Meter Privathecke, die er intensiv gepflegt habe – und die trotzdem abgesäbelt worden sei, weil sie angeblich in den Verkehrsraum ragte.

Martin Kramme, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt, spricht denn auch von einer Maßnahme zur Verkehrssicherung. Er räumt den Irrtum vom Amt ein – aber nur für einen einzigen Haselnussstrauch: „Das tut mir leid, da haben wir einen Fehler begangen, daran gibt es nichts zu deuteln.“

Allerdings habe der Versicherer der Stadt keinen geldwerten Schaden erkennen können: Der eine Strauch sei ja nicht entfernt, sondern nur gestutzt worden und werde nach einiger Zeit wieder die alte Größe haben. An diese Vorgabe müsse sich die Stadt halten.

Enttäuscht von Bürgermeister

Was Kramme in jedem Fall ablehnt, ist die aus seiner Sicht „völlig überzogene“ Schadenersatzforderung des Anliegers. Tönnesmann hatte als Hecken-Ersatz einen Wildschutzzaun vorgeschlagen – gegen ungebetene Blicke auf sein jetzt frei einsehbares Grundstück und gegen die Vermüllung. „Neue Pflanzen würden sofort geklaut.“ Kosten des Zauns laut Fachfirma: 2000 Euro. Die Hälfte, so Tönnesmann, seien Lohnkosten, die sich die Stadt durch den Einsatz eigener Kräfte noch sparen könnte. Doch er erhielt nur noch das ablehnende Schreiben des Stadt-Versicherers.

Dass der Fachbereichsleiter nur von einem einzigen Busch ausgeht, wundert den Ingenieur nicht, wie er sagt: Er selbst habe ja bei Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe vorgesprochen und den Nussstrauch als besonders schönes Exemplar geschildert.

Das sei dann aber offenbar als einziger Schaden weitergegeben worden, und bisher habe sich kein Verantwortlicher der Stadt im Westfeld sehen lassen. Er könne auch mit Zeichnungen belegen, dass die städtische Säge viel weiter auf seinem Grundstück kreiste. „Sonst würde auch meine Garage auf städtischem Boden stehen.“

Enttäuscht zeigte sich Tönnesmann vom Bürgermeister. Rebbe habe damals erklärt, ihm werde Recht geschehen, falls ihm Unrecht widerfuhr. „Und jetzt das.“