Sparzwang leitet 112-Notrufe weiter

Die Leitstelle der Feuerwehr soll nach Wunsch der Verwaltung geschlossen werden. Notrufe würden dann in Lüdenscheid auflaufen. Kalli Fellenberg (hinten) und Michael Bals in der Leitstelle Menden. Foto: Pia Maranca
Die Leitstelle der Feuerwehr soll nach Wunsch der Verwaltung geschlossen werden. Notrufe würden dann in Lüdenscheid auflaufen. Kalli Fellenberg (hinten) und Michael Bals in der Leitstelle Menden. Foto: Pia Maranca
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Menden..  Per Bescheid hat die Bezirksregierung Arnsberg jetzt festgelegt, dass Hemer und Iserlohn auch weiter in ihren Feuerwachen eine Nachrichtenzentrale betreiben und so die 112-Notrufe vor Ort bearbeiten dürfen. Das könnte auch die Diskussion in Menden wieder entfachen, ob die 112-Norrufe von hier tatsächlich zur Kreisleitstelle nach Lüdenscheid weitergeleitet werden sollen. Politisch entschieden ist zwar noch nichts, doch geplant ist die Aufgabe der eigenen Nachrichtenzentrale in der Feuerwache am Ziegelbrand.

Allerdings, so der zuständige städtische Fachbereichsleiter Manfred Bardtke, handele man nicht auf Druck des Märkischen Kreises. Der werde Menden wohl auch weiter seine eigene „Außenstelle“ der Kreisleitstelle Lüdenscheid zugestehen. Entscheidend sei vielmehr das Sparpaket.

Dort wird immer noch damit gerechnet, dass der Verzicht auf die Nachrichtenzentrale eine Einsparung von 350 000 Euro bringen würde. Und das wäre der dickste und letztlich vielleicht auch der einzig relevante Punkt, den Mendens Feuerwehr in das Sparpaket einbringen könnte. Bei der Verabschiedung des Sparpakets im Dezember war man noch von einem Potenzial in Höhe von 500 000 Euro ausgegangen – ein Gutachter, der den überfälligen Brandschutzbedarfsplan auf den neusten Strand gebracht hatte, erklärte dieses Ziel aber für unrealistisch.

Am Mittwoch nun soll der Ausschuss für öffentliche Sicherheit in nicht-öffentlicher Sitzung ein weiteres Fach-Gutachten in Auftrag geben. So sollen die Kosten ermittelt werden, die entstehen, wenn die Nachrichtenzentrale in Menden aufgegeben wird.

Dann wird die Wache nämlich – wenn alle Feuerwehrleute im Einsatz sind – nicht mehr unter Aufsicht sein. Das Gelände muss daher besser gesichert werden, der Nachschub bei größeren Einsätzen muss zudem gewährleistet sein. Dinge, die bislang der „Zentralist“ in der Mendener Nachrichtenzentrale koordiniert hat. Investitionen bis hoch in den sechsstelligen Bereich könnte notwendig werden – damit nachher dauerhaft beim Betrieb der Feuerwehr gespart werden kann.

Dass trotz der Investitionen unterm Strich noch einen Sparsumme beim Verzicht auf die eigene 112-Notruf-Bearbeitung bleiben wird, davon geht man derzeit noch im Rathaus aus. Wie hoch sie sein wird, ist indes ungewiss.