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Sparzwang leitet 112-Notrufe weiter

22.06.2012 | 11:00 Uhr
Sparzwang leitet 112-Notrufe weiter
Die Leitstelle der Feuerwehr soll nach Wunsch der Verwaltung geschlossen werden. Notrufe würden dann in Lüdenscheid auflaufen. Kalli Fellenberg (hinten) und Michael Bals in der Leitstelle Menden. Foto: Pia Maranca

Menden. Per Bescheid hat die Bezirksregierung Arnsberg jetzt festgelegt, dass Hemer und Iserlohn auch weiter in ihren Feuerwachen eine Nachrichtenzentrale betreiben und so die 112-Notrufe vor Ort bearbeiten dürfen. Das könnte auch die Diskussion in Menden wieder entfachen, ob die 112-Norrufe von hier tatsächlich zur Kreisleitstelle nach Lüdenscheid weitergeleitet werden sollen. Politisch entschieden ist zwar noch nichts, doch geplant ist die Aufgabe der eigenen Nachrichtenzentrale in der Feuerwache am Ziegelbrand.

Allerdings, so der zuständige städtische Fachbereichsleiter Manfred Bardtke, handele man nicht auf Druck des Märkischen Kreises. Der werde Menden wohl auch weiter seine eigene „Außenstelle“ der Kreisleitstelle Lüdenscheid zugestehen. Entscheidend sei vielmehr das Sparpaket.

Dort wird immer noch damit gerechnet, dass der Verzicht auf die Nachrichtenzentrale eine Einsparung von 350 000 Euro bringen würde. Und das wäre der dickste und letztlich vielleicht auch der einzig relevante Punkt, den Mendens Feuerwehr in das Sparpaket einbringen könnte. Bei der Verabschiedung des Sparpakets im Dezember war man noch von einem Potenzial in Höhe von 500 000 Euro ausgegangen – ein Gutachter, der den überfälligen Brandschutzbedarfsplan auf den neusten Strand gebracht hatte, erklärte dieses Ziel aber für unrealistisch.

Am Mittwoch nun soll der Ausschuss für öffentliche Sicherheit in nicht-öffentlicher Sitzung ein weiteres Fach-Gutachten in Auftrag geben. So sollen die Kosten ermittelt werden, die entstehen, wenn die Nachrichtenzentrale in Menden aufgegeben wird.

Dann wird die Wache nämlich – wenn alle Feuerwehrleute im Einsatz sind – nicht mehr unter Aufsicht sein. Das Gelände muss daher besser gesichert werden, der Nachschub bei größeren Einsätzen muss zudem gewährleistet sein. Dinge, die bislang der „Zentralist“ in der Mendener Nachrichtenzentrale koordiniert hat. Investitionen bis hoch in den sechsstelligen Bereich könnte notwendig werden – damit nachher dauerhaft beim Betrieb der Feuerwehr gespart werden kann.

Dass trotz der Investitionen unterm Strich noch einen Sparsumme beim Verzicht auf die eigene 112-Notruf-Bearbeitung bleiben wird, davon geht man derzeit noch im Rathaus aus. Wie hoch sie sein wird, ist indes ungewiss.

Michael Koch


Kommentare
22.06.2012
20:00
Sparzwang leitet 112-Notrufe weiter
von Sebastian_Kraatz | #4

Es ist weder entschieden, dass die Nachrichtenzentrale aufgeschaltet wird, noch dass sie erhalten bleibt. Im Moment werden in den Ausschüssen beide Varianten geprüft um abzuwägen, was die bessere Entscheidung ist. Auch in der kommenden Sitzung wird diese Entscheidung nicht fallen. Dass das Sparpaket (nicht nur in diesem Bereich) völlig unrealistisch ist, sickert ja nun nach und nach durch, denn die Zahlenbasis war schlicht und einfach falsch. Eine Einsparung von 500.000 Euro bei der Feuerwehr bedeutet im Umkehrschluss eine nicht mehr arbeitsfähige Wache zu haben, das kann nicht das Ziel sein.

Der neue Brandschutzbedarfsplan hat im Gegenteil deutliche Investitionspflichten aufgezeigt, seien es nur bauliche Änderungen der Gerätehäuser der FF. Das Sparpaket ist nicht haltbar und an bisher keiner Stelle kommen theoretische Einsparungen bisher an die Summen, die geplant waren.

22.06.2012
17:42
Sparzwang leitet 112-Notrufe weiter
von interessierter_Laie | #3

Na sicher! Ein weiteres Gutachten soll dann JETZT klären, wieviel man überhaupt einsparen kann? Dass die Kreisleitstelle den Dienst nicht für Umme anbieten wird, hat man natürlich bislang nicht eingerechnet! Und ich bin immer noch der Meinung, dass man die erwarteten 350000€ nicht einspart! Wie denn auch? Weil der Zentralist plötzlich nicht mehr in der Zentrale sitzt, sondern in der Kaffeebude? Das Personal ist doch nicht plötzlich weg. Vielleicht sollte man mal bei anderen (Kreis-) Städten fragen, wie so die Konditionen für den Dienst der Leitstellen sind. Vielleicht kommt man dann zu der Einsicht, dass die eigene Zentrale nicht wesentlich teurer ist als eine "aufgerüstete" Wache und der Dienst der Kreisleitstelle...

22.06.2012
11:56
Sparzwang leitet 112-Notrufe weiter
von gambler1 | #2

Aha, so ist das jetzt.

Fassen wir einmal zusammen:

Zitat " Investitionen bis hoch in den sechsstelligen Bereich könnte notwendig werden "
""Das Gelände muss daher besser gesichert werden, der Nachschub bei größeren Einsätzen muss zudem gewährleistet sein. Dinge, die bislang der „Zentralist“ in der Mendener Nachrichtenzentrale koordiniert hat.""

Und das Ergebnis:
Zitat "Dass trotz der Investitionen unterm Strich noch einen Sparsumme beim Verzicht auf die eigene 112-Notruf-Bearbeitung bleiben wird, davon geht man derzeit noch im Rathaus aus. Wie hoch sie sein wird, ist indes ungewiss""


Klasse

22.06.2012
11:53
Sparzwang leitet 112-Notrufe weiter
von SchimmiMenden | #1

Sparen am falschem Ende?
Oder ist es gar genau so kostenintensiv, jedoch aus anderen "Töpfen". Die Kreisumlage, davon kann man ausgehen, wird wenn nicht kurz- dann mittelfristig steigen.
Hemer und Iserlohn gönnen sich diesen "Luxus" weiter um bedrohliche Zeitverzögerungen durch mangelnde Ortskenntnisse des Lüdenscheider Leitstellenpersonals zu vermeiden.
Vielleicht liegen ja Politiker und Führungskräfte der Feuerwehren aus Hemer und Iserlohn völlig daneben und alles kann problemlos von Lüdenscheid gelenkt werden, sollte es jedoch sein, daß es zu gefährlichen Zeitverzögerungen kommt kann man nur hoffen, nicht selbst in diese Notlage zu geraten...

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