Sparkasse gibt Geschäftsstellen auf

Fröndenberg..  Ende März gibt die Sparkasse Fröndenberg ihre Filiale in Warmen auf, ebenso in Ardey, wo aber zumindest eine SB-Stelle verbleiben wird. Gestärkt wird dafür der Standort Langschede. Dazu erklärten die Vorstände Petra Otte und Detlev Menges: „Das wird sicher nicht jeden erfreuen, ist aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht eine Notwendigkeit aufgrund des veränderten Kundenverhaltens.“

Dieser Wegfall eines viele Jahre gewohnten Bezugspunktes, insbesondere für die Kunden im Ruhrtal, solle aber keineswegs mit einem Abbau an Service-Qualität einhergehen. „Die Nähe zum Kunden wurde bisher immer zuerst geographisch definiert, wir wollen das nun vor allem über Zwischenmenschlichkeit tun“, so Otte. Die Warmener Kunden sollen zukünftig vom Hauptsitz in der Innenstadt aus betreut werden. „Die individuelle Beratung, ob Zuhause oder am Arbeitsplatz, bleibt erhalten und soll weiter ausgebaut werden. Gerade die Onlineabwicklung entspricht natürlich immer zahlreicher dem Kundenverhalten und machte daher auch diese Entscheidung unausweichlich“, so Otte. Als ein Ersatz soll schon bald ein Bargeld-Service starten, der nach Anmeldung ein paar Tage vorher und gegen eine kleine Gebühr Bargeld in Höhe bis zu 1000 Euro direkt nach Hause bringt.

Westick nun Anlaufpunkt für Palz

Zunächst bleibt aber der Wegfall eines lange Jahre gewohnten Anlaufpunktes im Dorf. In Warmen wird nicht nur die Sparkassen-Filiale geschlossen, auch die SB-Automaten werden abgebaut. „Das ist ein schmerzhafter Einschnitt, für den wir keine Zustimmung erwarten können“, erläuter Detlev Menges, der diese Entscheidung aus unternehmerischer Sicht aber verteidigt: „Ebenso wie in Ardey unterhalten wir sieben Tage die Woche Räumlichkeiten, die nur an zwei Tagen genutzt werden. Diese Diskrepanz haben wir trotzdem viele Jahre aufrecht erhalten.“ Der nächste SB-Anlaufpunkt für das Ruhrtal und die Palz wird nun die SB-Stelle in Westick neben der Bäckerei. Diese, so habe man festgestellt, sei schon jetzt im Vergleich zu Warmen verhältnismäßig viel besser genutzt, weil sie eben an einer viel genutzten Straße liege.

Im Gegensatz dazu bleibt die SB-Stelle in Ardey erhalten, soll vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt – das sind aber noch erste Überlegungen – eine neue Heimat in den UKBS-Räumlichkeiten beim alten Gemeindehaus erhalten. Die zweimal wöchentliche Öffnungszeit fällt aber auch hier weg. Ein Stellenabbau ist damit nicht verbunden. „Im Westen stärken wir den Standort Langschede, der optimal in der Nähe zum Supermarkt und anderen Versorgungseinrichtungen liegt, personell und mit etwas ausgeweiteten Öffnungszeiten“, erläuterte der Sparkassen-Vorstand die Maßnahmen. Und apropos Öffnungszeiten: Im Zuge der Filialkonzentration werden diese ab dem 30. März für beide verbleibenden Häuser umgestaltet und vereinheitlicht: Die vor wenigen Jahren eingeführte lange Öffnung am Dienstagnachmittag bis 18 Uhr war wenig frequentiert. Daher wechselt diese lange Öffnungszeit auf den Montag. „Nach dem Wochenende, wo vielleicht die eine oder andere Entscheidung besprochen wurde, könnte der Bedarf der Kunden größer sein“, vermutet Otte. Der gewohnte „lange Donnerstag“ bleibt.

Eine Änderung am Freitag ist das Ergebnis von Umfragen, welche Auszubildende an der Gesamtschule durchführten. Detlev Menges erklärt: „Das Ergebnis klang in etwa so: Immer, wenn wir nach der Schule bei euch vorbeikommen, habt ihr zu. Darauf reagieren wir, indem am Tag vor dem Wochenende die Mittagspause abgeschafft wird.“ Es bleibt also durchgängig geöffnet, dafür wird schon um 14 Uhr statt um 16 Uhr geschlossen.

Gespräch mit den Kunden

Zu den regulären Öffnungszeiten am Vormittag am heutigen Donnerstag in Warmen und morgen in Ardey wird Petra Otte in den entsprechenden Filialen vor Ort sein und für Gespräche mit den Kunden zur Verfügung stehen. Auch sonst will man sich auf allen Kommunikationswegen den Bürgern stellen. Schlusswort Detlev Menges: „Wir sind sehr stolz auf unsere finanzielle Unterstützung des sozialen Engagements in Fröndenberg. Die jetzigen Entscheidungen sind aus unserer Sicht notwendig, damit wir auch weiter genau dafür Geld verdienen können.“

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