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Spardruck bedroht die Existenz der Einsatzzentrale

08.02.2012 | 17:53 Uhr
Spardruck bedroht die Existenz der Einsatzzentrale
Die Leitstelle der Feuerwehr soll nach Wunsch der Verwaltung geschlossen werden. Notrufe würden dann in Lüdenscheid auflaufen. Kalli Fellenberg (hinten) und Michael Bals in der Leitstelle Menden. Foto: Pia Maranca

Menden.Mit der Schließung der Nachrichtenzentrale der Mendener Feuerwehr soll sich für die Bürger „nichts spürbar ändern“. Davon ist Erster Beigeordneter Sebastian Arlt überzeugt, der dem Rat die Abschaffung der Nachrichtenzentrale vorschlagen will. Kritiker in den Reihen der Feuerwehr befürchten hingegen einen Verlust an Bürgernähe.

Vergangenen Samstag hatte Arlt im Rahmen der Feuerwehr-Jahresdienstbesprechung das Vorhaben bekräftigt. Er begründet es gegenüber der WP unter anderem mit dem Einsparpotenzial einer Schließung in Höhe von etwa 300.000 Euro. Für den Rund-um-die-Uhr-Betrieb der Nachrichtenzentrale würden derzeit fünf von 66 hauptamtlichen Kräften benötigt. Wenn die Kreisrettungsleitstelle in Lüdenscheid die Aufgaben der Mendener Einsatzzentrale übernähme, könnten – ohne Kündigungen – Feuerwehrstellen abgebaut werden. Die Kreisrettungsleitstelle sei schon jetzt personell so ausgestattet, dass sie die Funktion übernehmen könnte. Arlt verweist zudem auf den „landesweiten Trend“, dass es separate Nachrichtenzentralen für Feuerwehren nur noch in kreisfreien Städten oder für Kreisgebiete geben soll.

„Mir ist bewusst, dass die Nachrichtenzentrale nicht nur technischen, sondern auch symbolhaften Charakter hat“, sagt Arlt. Doch Menden müsse mit dem Sparen nun Ernst machen. Die Schließung der Nachrichtenzentrale sei Teil des verabschiedeten Sparpaketes. Falls dieses genehmigt und in Menden auch umgesetzt würde, ergäben sich möglicherweise auch wieder Spielräume für Beförderungen innerhalb der Feuerwehr.

Skepsis bis Verärgerung

Grundsätzlich, so Arlt weiter, seien die Schließungspläne bei der Mendener Feuerwehr bekannt. Arlt: „Wir werden damit niemanden überraschen, aber wohl auch niemanden erfreuen.“

In der Tat herrschen in den Reihen der Feuerwehr Skepsis bis Verärgerung über den Plan. „Wenn unsere Einsatzzentrale geschlossen wird, haben wir hier keine Wache mehr, sondern nur noch ein Gerätehaus“, beschreiben Michael Bals und Kalli Fellenberg die Konsequenzen. „Hier ist dann kein Ansprechpartner mehr für die Bürger.“

Kritiker vermuten, dass die Folgekosten einer Schließung höher ausfallen könnten als der Einspareffekt. Diverse technische Anlagen und Funktionen der Feuerwache würden jetzt noch aus der Nachrichtenzentrale heraus gesteuert. Diese Infrastruktur müsse wahrscheinlich umgerüstet werden. „Möglicherweise brauchen wir dann sogar eine Art Hausmeister“, mutmaßt Kalli Fellenberg.

Thorsten Bottin

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