Sohlgleite statt Wehranlage

Das Hönnewehr bei Battenfeldswiese.
Das Hönnewehr bei Battenfeldswiese.
Foto: WP

Menden..  Das Hönne-Wehr an Battenfeldswiese kann nicht so bleiben, wie es ist. Entweder muss es repariert oder ganz abgebaut werden. Die Stadtverwaltung befürwortet den Abbau und Ersatz durch eine so genannte Sohlgleite – damit keine Betriebs- und Wartungskosten für die Wehranlage mehr anfallen.

Eine Sohlgleite ist ein Bachbett, das flussabwärts flach geneigt ist und in dem quer zur Strömung Schwellen oder Pfahlreihen liegen, die die Erosion des Bodens verhindern. Die Verwaltung erklärt in den Sitzungsunterlagen für den Bau- und Verkehrsausschuss, dass dieser Umbau der Wehranlage 50 000 Euro kosten würde. Die Hochwassersituation im Bereich Battenfeld würde dadurch wohl deutlich verbessert.

Schutz vor Hochwasser

Die Stadt hatte die Wehranlage 2014 zusammen mit dem Mühlengraben übernommen. Sie muss das Bauwerk unterhalten. Und dafür sorgen, dass der Mühlengraben immer genügend Wasser zum Betrieb des Wasserrades an der Hönne-Insel bekommt. Andererseits muss das Wehr zum Mühlengraben weiter geöffnet werden, wenn Hochwassergefahr droht – damit sich die Hönne nicht im Bereich Battenfeld und Balver Straße staut. Diese Arbeit erledigen – je nach Tageszeit – die Bereitschaftsdienste des Ordnungsamtes und des Baubetriebshofes MBB.

Nach Angaben der Stadtverwaltung könnte der Betrieb auch genau so weiterlaufen. Der Bereitschaftsdienst kostet aber 3000 Euro pro Jahr. Daneben ist die so genannte Rückstauschütze der Wehranlage sanierungsbedürftig. Kostenpunkt: 40 000 Euro. Würde die Wehranlage durch eine Sohlgleite ersetzt, entfielen die Wartungs- und Bereitschaftskosten im Hochwasserfall komplett.

Wasserkraftanlage unwirtschaftlich

.Als dritte Variante hat die Verwaltung noch den Einbau eines Wasserkraftwerkes am Wehr geprüft. Das wäre nach Berechnungen aus dem Rathaus aber unwirtschaftlich und damit ein Minusgeschäft für die Stadt. Allein der Einbau der Wasserkraftanlage würde 270 000 Euro kosten. Die jährliche Einspeisevergütung beziffert die Verwaltung auf 30 000 Euro pro Jahr. Dem gegenüber müssten die Wartungs- und Bereitschaftsdienstkosten in höhe von 5400 Euro pro Jahr weiterbezahlt werden.