Sogar ein Kamel begleitet die Sternsinger

Fröndenberg..  Ohne die kleinen Könige geht nichts. Aber auch die etwas Größeren tragen ihren Teil bei zum Erfolg der Sternsinger-Aktion in Fröndenberg. Ob als Begleiter oder selber mit Krone, Stern und Sammelbüchse ausgestattet.

Schichtdienst im Krankenhaus, Studium in Köln oder Maastricht, langsam beginnende Abitur-Vorbereitungen oder der später noch anstehende Einsatz bei den Fußball-Stadtmeisterschaften: Das alles sind Gründe, um an einem nachweihnachtlichen Sonntagnachmittag die Beine einmal hochzulegen oder sich anderen Dingen zu widmen. Aber keiner davon hinderte Helena und Johanna Imenkämper, Sophia und Katharina Deimel sowie Lukas Redeker daran, sich zu dem angesprochenen Zeitpunkt als Heilige Drei Könige auf den Weg zu machen. Fünf Personen, zwischen 16 und 20 Jahre alt übrigens, als drei Könige? Das kommt nicht ganz hin, aber deswegen brachte das Quintett noch eine weitere Figur aus der biblischen Geschichte ins Spiel, welche den Weisen aus dem Morgenland seinerzeit als Last und Reittier gedient haben soll: das Kamel. „Das haben wir selber unter anderem aus einem Besenspiel und Handtüchern zusammengebastelt“, erzählt die Jurastudentin Helena Imenkämper. So konnten zwei von ihnen unter dem Kostüm verschwinden, der Rest nahm die gewohnten Rollen von Kasper, Melchior und Balthasar ein.

Dem „klassischen“ Sternsinger-Alter eigentlich schon entwachsen, haben die fünf schon seit vielen Jahren und immer noch große Freude daran, die Aktion, welche dieses Jahr als Schwerpunkt deutschlandweit die Situation von Kindern auf den Philippinen in Blick nimmt und Geld für sie sammelt, aktiv zu unterstützen.

Einladung zum Tee

Für ein wirklich flächendeckendes Ablaufen der Fröndenberger Häuser reichte die Zeit dann aber doch nicht ganz. „Wir gehen vor allem zu Leuten die wir kennen oder die uns im Vorfeld um einen Besuch gebeten haben“, so Katharina Deimel. Da wird man dann auch schon mal für ein paar Minuten zu Tee und Plätzchen ins Haus gebeten und auch das Kamel muss nicht nur bei Wasser und Stroh darben. Die beiden Schüler Johanna Imenkämper und Lukas Redeker opferten auch noch zwei weitere Tage ihrer Ferien und begleiteten am Montag und Dienstag den Nachwuchs durch Fröndenberg.

Straßenkarten mit den markierten, abzulaufenden Gebieten richtig lesen, dem ein oder anderen verwunderten bis kritischen Bürger den Sinn und Zweck der Aktion Dreikönigssingen erklären und nicht zuletzt die schweren Taschen mit den geschenkten Süßigkeiten tragen: So wichtig und lobenswert der Einsatz der kleinen Sternsinger für die Not ihrer Altersgenossen in ärmeren Ländern ist, ohne jugendliche Begleiter – manchmal sind auch Mamas mit dabei – wäre eine Teilnahme der Jüngsten nicht möglich. „Wenn man sich um die Einteilung der Dreiergruppen streitet, weil man nicht mit allen Freunden zusammen gehen kann oder darum, wer an der nächsten Haustür klingelt, dann muss ich auch schon mal als Schlichterin und Trösterin ran“, erzählt Bald-Abiturientin Johanna Imenkämper von ihren diesjährigen Erfahrungen.

Auch ihre große Schwester Helena sowie die Zwillinge Sophia und Katharina Deimel hatten in den vergangenen Jahren immer bei der Aktion mitgeholfen, zum Beispiel bei der Vorbereitung der Mittagspause für alle im Pfarrzentrum St. Marien, aus Studien- und Berufsgründen ist das nun nicht mehr möglich.

Im Stadtgebiet hatten sich übrigens über 30 Kinder zu dem Einsatz bereit erklärt, ein Teil Kommunionkinder des vergangenen Jahres, der andere Teil auch schon mehrere Jahre über treu dabei. „Damit sind wir ganz gut aufgestellt. Wir können eigentlich alle Häuser besuchen und nicht nur auf Anmeldung, wie es anderswo leider schon gemacht werden muss“, sagt Mitorganisatorin Susanne Deimel.