So sehen Mendener die Einkaufsstadt Menden

Volle Innenstadt, gut besuchte Geschäfte. Das Mitternachtsshopping als Teil der Kundenbindung.
Volle Innenstadt, gut besuchte Geschäfte. Das Mitternachtsshopping als Teil der Kundenbindung.
Foto: Tobias Schad

Menden..  Die häufigsten Einkäufe – Lebensmittel ausgenommen – von Mendenern erfolgen mit weitem Abstand vor Ort. Mit 40,5 Prozent führt Menden klar vor Dortmund und Neheim. Für viele Verantwortliche in Handel und Wirtschaft ist diese Zahl des WP-Barometers zwar eine „sehr erfreuliche“. Gleichwohl gibt es Sorgen. Jüngere Kunden wenden sich immer häufiger von ihrer Heimatstadt ab.

Neue Zielgruppen erschließen

Die repräsentative Befragung durch die WP ergibt in höheren Altersbereichen: Von den über 70-Jährigen kaufen fast zwei Drittel am häufigste in Menden ein. Befragte, die unter 20 Jahre alt sind, zieht es bereits mehrheitlich nach Dortmund. Erst ab einem Alter von 50 Jahren und mehr wird Menden wieder zur Top-Adresse.

Ulf Schulte-Filthaut, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Menden: „Erst einmal ist es positiv, dass so viele Mendener den Händlern vor Ort ihr Vertrauen schenken. Es muss aber nachdenklich stimmen, dass jüngere Mendener sich anderweitig orientieren.“ Seine Schlussfolgerung dabei eint ihn mit vielen heimischen Kollegen: „Wie können wir die jüngeren Mendener erreichen und überzeugen?“

Ähnlich kommentiert Marion Kölling für das Vorstandsteam der Werbegemeinschaft Lendringsen das Zahlenwerk, merkt aber auch an: „Es gibt keine Patentrezepte, die in einer Schublade liegen.“ Der Handel müsse mit seiner ureigenen Leistungskraft punkten. Kölling: „Freundlichkeit, Service und Qualität spielen dabei eine große Rolle. Mit großen Städten können wir uns nun mal nicht messen.“ Das könne aber auch nicht der Anspruch sein.

Das große Ganze im Blick

Andreas Wallentin ist als Inhaber der Buchhandlung Daub nicht nur direkt betroffen, er hat als Vorstandssprecher des Initiativkreises Mendener Wirtschaft auch größere Entwicklungen im Blick. Eine zentrale Forderung dabei: „Wir brauchen das Nordwall-Center, aber auch in der Oberstadt eine ebenso starke Achse. Die gesamte Fußgängerzone muss als attraktiv wahrgenommen werden können.“

Stefan Sommer, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Menden, macht vor allem die persönlichen Chancen des Handels in den direkten Begegnungen aus: „In Menden ist der Kunde eben keine Nummer. Und das weiß ich bei meinen eigenen Einkäufen sehr zu schätzen.“ Für Sommer geht es auch darum, Stärken auszuspielen: „Die Einzelhändler können mit dem Pfund wuchern, dass sie eine Marke sind.“

Weitere Ergebnisse

Männliche Befragte kaufen tendenziell etwas eher als weibliche Befragte neben Menden auch in Dortmund ein. Weibliche Befragte bevorzugen hingegen eher Neheim. Im Vergleich zu den anderen Stadtgebieten sagen noch am ehesten die Befragten aus dem Mendener Norden, dass sie häufiger in einer anderen Stadt einkaufen.