SKM braucht Hilfe der Stadt

Menden..  Mit einem Finanzloch in Höhe von 50 000 Euro jährlich rechnet der Katholische Verein für soziale Dienste in Menden, kurz SKM, wegen der aktuellen Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst, an dem sich auch kirchliche Verbände orientieren. „Der SKM beschäftigt 70 berufliche Mitarbeiter und zählt mehr als 200 ehrenamtliche und freiwillige Helfer“, berichtete Geschäftsführerin Marita Hill gestern Abend im Sozialausschuss der Stadt. Die jüngste Erhöhung der Gehälter um 5,4 Prozent habe 2014 ein Loch in die Kasse gerissen, das man aus eigener Kraft nicht werde füllen können. Hill: „Das können wir zwei Jahre durchhalten, aber keine vier oder fünf.“

Derzeit gebe es bei keiner der wohltätigen Aktivitäten des caritativen Vereins Aussicht auf Erhöhung der Einnahmen, die Marita Hill mit 70 000 Euro aus den Verkäufen bezifferte. Für die Beratungsstelle Hofeskamp erhalte der SKM einen Zuschuss in Höhe von 41 500 Euro auf zwei Jahre, 18 000 Euro nehme man an Spenden ein, zudem gebe es noch einen gespendeten Mietzuschuss in Höhe von 3600 Euro. Die Gesamtkosten pro Jahr lägen aber bei 189 000 Euro.

Zahl der Bedürftigen steigt

Auf die Frage von Thomas Thiesmann (Die Linke), ob die Stadt auch mit Angebots-Einstellungen rechnen müsse, erklärte Marita Hill: „Ich bin ja nicht ganz grundlos hier.“

Der Ausschuss-Vorsitzende Bernd Alban (SPD) stellte daraufhin fest, dass sich der Sozialausschuss mit dem Thema wohl ­auseinandersetzen müsse. „Am Ende wird es da auch ums Geld gehen.“ Alban deutete an, dass ­Leistungen, die der SKM nicht mehr erbringen könne, letztlich an der Stadt hängen blieben.

Offiziell wollte sich der SKM indes im Sozialausschuss nur vorstellen, wie es schon viele Vereine und Verbände getan haben. Diesen Part übernahm Meinolf Luig in Vertretung des Vereinsvorsitzenden Franz Daniel (siehe Infobox).

Doch Marita Hill hatte auch hier eine Hiobsbotschaft für die Sozialpolitiker: „Die Besucherzahl in unserem Sozialmarkt Arche steigt kontinuierlich an. Aus 30 Besuchern pro Verkaufstag im Jahr 2009 sind heute bis zu 70 geworden.“

Weil hinter jedem Besucher im Schnitt 2,7 Familienmitglieder stehen, die aufs Mitgebrachte warten, „ist man schon bei mehr als 300 Menschen, die wir allein dort versorgen“. Die wachsende Zahl sei vom Personal und den Öffnungszeiten her kaum noch zu handhaben. „Und neben genug Mitarbeitern fehlt irgendwann die Ware.“

„Angstschweiß auf der Stirn“

Auch die Zahl der Einkaufs-Ausweise, die der SKM nach einer Prüfung der Bedürftigkeit ausstellt, schnelle geradezu nach oben. Hill: „Im ganzen letzten Jahr haben wir 645 dieser Ausweise ausgegeben. In diesem Jahr sind wir jetzt schon bei 577. Diese Zahl“, gestand die Geschäftsführerin, „treibt uns den Angstschweiß auf die Stirn“.