Sie gestalten die Jugendkreuztracht

Menden..  Tausende Mendener und einige Auswärtige ziehen heute Abend ab 21 Uhr wieder „über den Berg“. Für viele junge Mendener, die in anderen Städten studieren, ist es auch ein Anlass, bereits am Donnerstag alte Freunde wieder zu sehen. Die Mendener Jugendkreuztracht findet heute unter dem Motto „Gesucht: Menschen für echte Begegnungen“ statt.

Das Besondere an der Jugendkreuztracht ist, dass sie nicht nur für sondern auch von Jugendlichen gestaltet wird. Dieses Jahr wurde die Vorbereitung von einer Gruppe Schüler des Placida-Viel-Berufskollegs übernommen.

23 Schüler melden sich freiwillig

Allerdings ging die Initiative dafür zunächst von der Schulsozialarbeiterin Irina Rebbe und den Religionslehrerinnen Dorothea Pietrzak, Anne Junker und Kathrin Kreutzkamp aus. Nach einer Rücksprache mit dem Diakon suchten diese in allen Klassen der Schule nach Freiwilligen. Schließlich meldeten sich 23 Schüler und Schülerinnen für die Vorbereitung der Mendener Kirchen-Tradition. In deren Freizeit nach dem Unterricht, und zwar ohne dafür bessere Noten zu erhalten – auch nicht in Religion.

„Als erstes haben wir Gruppen gebildet, jeder konnte sich ein Thema aussuchen“, erklärt Robin Baier, der die elfte Klasse des beruflichen Gymnasiums besucht. Dann seien Texte ausgesucht, umgeschrieben und selbst verfasst worden. „Aber zu 60 Prozent von den Schülern“, verrät Irina Rebbe. Im Vorfeld habe sie zusammen mit den Lehrerinnen bereits sehr viel vorbereitet, dies sei jedoch gar nicht nötig gewesen.

„Auch der Diakon war begeistert.“ Der mit Abstand spannendste Teil der Vorbereitung sei jedoch die Aufnahme der eigenen Texte mithilfe des Tontechnikers Sebastian Adler gewesen. Da sind sich alle einig. Diese hatten am 13. März, also an einem Freitag nach der Schule, stattgefunden. Das katholische Berufskolleg sponserte den Freiwilligen zur Stärkung Pizza, und die Aufnahmen dauerten bis spät in die Nacht.

Die angehende Freizeitsportleiterin Hannah Gawlik lacht während sie erklärt, dass das „Tonstudio“ um ein Mikrofon herum aus Decken aufgebaut werden musste. „Anfangs war es echt seltsam, aber dann lief es wie geschmiert“, resümiert die Schülerin mit den blonden Dreadlocks.

So unterschiedlich wie die engagierten Schüler sind auch ihre Motive für die aufwendige Gestaltung der österlichen Tradition. „Die Jugendkreuztracht ist außerdem ein gutes Medium, um anderen den Glauben näher zu bringen“, findet Hannah. Deshalb beinhaltet die Musikauswahl auch aktuelle Titel wie „All of me“ von R’n’B-Sänger John Legend. Leonie Roch, die dieselbe Klasse besucht, findet es außerdem wichtig, einen eigenen Beitrag zu leisten und selbst etwas zu gestalten.

Robin hat ähnliche Gründe: „Wir besuchen ja hier nicht umsonst eine christliche Schule und da sollte es selbstverständlich sein, sich bei solchen Aktionen zu engagieren.“

Themen: Ängste und Nächstenliebe

Aber auch für das eigene Leben haben die kreativen Schüler etwas mitgenommen. Hannah verrät, dass der intensive Austausch untereinander und die Erarbeitung der Themen „Ängste“ und „Nächstenliebe“ so letztendlich auch zur Wahl des Mottos geführt habe.

Somit sei die Jugendkreuztracht nicht nur eine spirituelle Wanderung für junge Erwachsene und Teenager, sondern auch für Kinder und ältere Menschen. Dorothea Pietrzak betont: „Alle sind herzlich eingeladen,die zusammen mit uns zusammen in sich gehen und einen schönen Abend erleben wollen.“

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