Serienbetrüger müssen ins Gefängnis

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Menden..  In Fußfesseln gestern aus der Untersuchungshaft im Mendener Amtsgericht vorgeführt, in Fußfesseln ging es zurück. Das Schöffengericht schickt einen 47-jährigen Serienbetrüger und Urkundenfälscher für drei Jahre in Haft. Der 21-jährige Mittäter muss für ein Jahr und drei Monate ins Gefängnis. Beide hatten sich von März bis Juli 2013 reihenweise Kontodaten von heimischen Unternehmen besorgt und anschließend mit gefälschten Unterschriften Überweisungen zu ihren Gunsten ausgeführt. Zehntausende Euro Schaden waren so entstanden.

Spiel- und Heroinsucht als Ausrede?

War es tatsächlich anhaltende Spiel- und Heroinsucht, die den 47-Jährigen zu immer neuen Taten trieb? Das Schöffengericht hatte jedenfalls erhebliche Zweifel an den Schilderungen des Angeklagten, zumal der seit mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder erheblich mit dem Gesetz in Konflikt geraten war und mehrjährige Haftstrafen verbüßt hatte. Dabei hatte der Mann auch vor dem Schöffengericht vorbehaltlos alle Taten eingeräumt und auf eine Chance zur Therapie gehofft.

Der Angeklagte setzt nun nach eigenen Angaben darauf, bald wieder als Helfer in der Knast-Küche zu Werke gehen zu dürfen: „Das macht mir eigentlich Spaß“, berichtete er über große Teile seiner Gefängnisaufenthalte.

Der jüngere Angeklagte hatte bereits am ersten Verfahrenstag vor zwei Wochen das Schöffengericht durch Herumfingern am Handy provoziert und sich Ordnungsrufe eingehandelt. Weil er auch keine erkennbare Einsicht oder Reue zeigte, wird er für ebenfalls eine Haftstrafe verbüßen müssen. Strafrichter Jung nach fast einstündiger Beratung mit den beiden Laienrichtern: „Man muss dem Angeklagten nachdrücklich vor Augen führen, dass es so nicht geht.“ Es war ein Prozess des sorgfältigen Abwägens. Jung: „Wir sind uns bewusst, dass in diesem Alter eine besondere Haftempfindlichkeit besteht.“

Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.