Senioren-Union trifft den Nerv

Marita Hill (links) stellt ihr wichtiges Thema verständlich und unterhaltsam dar. Dennoch macht es viele Zuhörer im Haus Lenze nachdenklich.
Marita Hill (links) stellt ihr wichtiges Thema verständlich und unterhaltsam dar. Dennoch macht es viele Zuhörer im Haus Lenze nachdenklich.
Foto: WP

Menden..  Als Marita Hill, Geschäftsführerin des Katholischen Vereins für soziale Dienste (SKM), ihren Vortrag über die Vorsorgevollmacht beendet hatte, bekundeten viele Zuhörer den Entschluss, sich jetzt endlich doch um diese wichtigen Fragen zu kümmern: Die Senioren-Union hatte ihr Politisches Frühstück diesmal diesem Thema gewidmet – und damit einen Nerv getroffen: Mehr als 30 SU-Mitglieder und interessierte Gäste waren ins Haus Lenze gekommen.

Marita Hill erklärte verständlich, worum es bei Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung geht – um nichts weniger als die Frage: „Wer entscheidet für mich über mein Leben, wenn ich es selbst nicht mehr kann?“ Ein Thema, das auch Ältere gerne auf die lange Bank schieben, wie Hill anmerkte.

Jeder volljährige Mensch verfüge bis zu seinem Tode bei allen Lebensentscheidungen über sich selbst. Doch könne es sein, dass man durch Krankheit, Unfall oder Alter zu vielem nicht mehr in der Lage ist: über sein Vermögen zu verfügen. Bankgeschäfte zu tätigen. Die Wohnung zu versorgen. Sich einen Heimplatz zu suchen. Ambulante Pflegehilfe anzunehmen. Die Wohnung zu kündigen. Oder Krankenhausaufenthalt oder Operation zuzustimmen. „Dann braucht man dringend eine schriftlich vorliegende, unterschriebene Vorsorgevollmacht, damit die gewählte Vertrauensperson rechtswirksam handeln kann. Ohne Betreuungsverfügung entscheidet das Amtsgericht.“

Sehr zu empfehlen sei es, bei der Bank gesonderte Bankvollmachten für die Person des Vertrauens zu hinterlegen, da den meisten Banken die Betreuungsvollmacht für Konto-Verfügungen nicht ausreiche.

„Jede Vorsorgevollmacht endet naturgemäß mit dem Tod, doch sind zur eigenen Beerdigung verbindliche Festlegungen möglich“, erklärte Hill. Die zweite, ebenfalls unentbehrliche Säule der Vorsorge, die Betreuungsverfügung, könne in die Vorsorgevollmacht eingebaut werden, aber auch selbstständig angelegt sein. „Mit der Betreuungsverfügung bestimme ich, wer im Falle meiner Handlungsunfähigkeit mein rechtlicher gesetzlicher Betreuer werden soll. Das Amtsgericht ist verpflichtet sich an diesen meinen Willen zu halten.“ Der SKM biete Beratung und Hilfe bei der Abfassung der Vollmachten an.