Senioren feiern ganz seltenen Jahrestag

Menden..  Innerhalb eines Festgottesdienstes feierten am Palmsonntag die Kommunionkinder von 1940 ihre Kronjuwelenkommunion.

Damals waren am Weißen Sonntag 155 Kinder zum ersten Mal zur Kommunion gegangen. „Sie können heute das damals gesprochene Glaubensbekenntnis erneuern“, sagte Pfarrer Jürgen Senkbeil den Jubilaren. Danach lud er alle Gottesdienstbesucher ein, das Glaubensbekenntnis zu erneuern und zu bekräftigen.

In die Fürbitten schloss Pfarrer Senkbeil die Opfer der Flugzeugkatastrophe ein. Auch wurde der Verstorbenen des Kommunionsjahrgangs 1940 gedacht. „Diese hätten dieses Jubiläum sicher gern mit begangen“, so Senkbeil, der dann auch an den Beginn der heiligen Woche vor Ostern erinnerte. „Ich gratuliere Ihnen zu diesem seltenen Tag. 75 Jahre sind eine lange Zeit. Ich wünsche Ihnen in Ihrer Gemeinschaft weiterhin viel Freude.“

Danach segnete er mit einer Reliquie, einem Splitter des Heiligen Kreuzes, die Besucher des Gottesdienstes. Gemeinsam wurde auch die heilige Kommunion empfangen. In den ersten Reihen der Kirche saßen die Kinder, die in zwei Wochen am Weißen Sonntag zum ersten Mal zur Kommunion gehen werden.

Nach der Kirche gingen die Jubilare in das Traditionshaus Oberkampf. Werner Frohne hatte den Festtag organisiert. 29 Ehemalige von 1940 hatten sich auf seine Einladung gemeldet. „Ob alle kommen werden, das kann ich nicht sagen“, erklärte er.

„Von Pastor Funke haben wir damals die erste Kommunion empfangen, der hat vor den Nazis nie die Klappe gehalten“, fuhr er fort. Am 27. September habe dann Weihbischof Baumann die Kinder gefirmt. Alle gingen damals auf Volksschulen, entweder zur Wilhelm- oder zur Josefschule. Obwohl die Welt damals schon in Flammen stand, habe es noch reichlich Weißbrot ohne Lebensmittelmarken gegeben. Auch die Kommunionkleidung sei noch kein großes Problem gewesen. „Jedes Kommunionkind hatte damals ein Engelchen“, erzählte Werner Frohne. Engelchen könnten nur Kinder werden, die noch nicht zur Kommunion gegangen seien, außerdem habe sich jedes Kind sein Engelchen selbst auswählen können.

„Leider haben sich einige der Kommunionkinder von 1940 nicht mehr bei mir gemeldet, einige konnten auch nicht kommen. Viele sind inzwischen verstorben“, bedauerte Werner Frohne. Er fuhr fort: „Jetzt hatten wir Kronjuwelenkommunion, für die Kommunion in fünf Jahren gibt es keinen Namen. Vielleicht fällt da jemandem einer ein, die Menschen werden heute schließlich älter.“