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Sebastian Pufpaff: „Es macht mir einfach sauviel Spaß“

03.02.2016 | 13:00 Uhr
Sebastian Pufpaff: „Es macht mir einfach sauviel Spaß“
Sebastian Pufpaff ist am 18. Februar zu Gast auf der Wilhelmshöhe.Foto: Manuel Berninger/Fotoatelier Süd

Menden.   Sebastian Pufpaff ist unterwegs zu den Kabarett-Bühnen im Lande - und möglicherweise auch zum Grimme-Preis. Ein Interview.

Der ARD-Kabarettist Sebastian Pufpaff („3. Stock links – Die Kabarett-WG“) gibt sich in Menden die Ehre. Der 39-­jährige Rheinländer gastiert am Donnerstag, 18. Februar, 20 Uhr, auf der Wilhelmshöhe. Für das heimische Publikum ist der Zeitpunkt perfekt. Pufpaff ist gerade für den renommierten Grimme-­Preis nominiert worden. Mit dem verheirateten Vater einer Tochter sprach Jürgen Overkott.

Sie kommen nach Menden...

Sebastian Pufpaff: ...weil ich im Moment nur noch Termine im Umkreis von 200 Kilometern wahrnehme, damit ich daheim wieder bei meiner Familie zuhause sein kann. Ich nutze einfach die Phase, in der manche Leute schlafen, um die A 3 mal ohne Stau zu befahren – was ja auch ganz angenehm ist.

Wie oft sind Sie dabei schon geblitzt worden?

Ich muss Ihnen etwas gestehen, und das ist wirklich total bescheuert. Bei uns steht in der Nachbarschaft eine Blitze, von der jeder weiß, da darfst Du nur 40 fahren. Und ich bin vor zwei Monaten wirklich in diese seit Urzeiten bekannte Blitze geraten. Na ja, ich habe mir dann gesagt, ich bin nicht geblitzt worden, sondern ich habe nur eine andere Geschwindigkeit gekauft.

Wenn sich dadurch Ihre Lebensqualität erhöht hat, war das Geld gut angelegt.

Es gibt einfach Tage, da steigst Du im Oberstübchen aus.

Und das fast vor der Haustür. Apropos, zuhause. Wie viele Leute wissen eigentlich, dass Sie nicht in der „Kabarett-­WG“ wohnen?

Solche Leute habe ich bis jetzt Gott sei Dank noch nicht kennengelernt.

Ein intelligentes Publikum.

Na ja, Gott sei Dank ist unser Publikum noch nicht so groß. Unsere Zuschauer können noch unterscheiden zwischen Fernsehen und dem wirklichen Leben. Ich wurde auch noch nicht gefragt, ob Hannes (Ringlstetter, ebenfalls ein Mitglied der „Kabarett-­WG“; Red.) mein Schwager ist. Die Zuschauer gehen noch alle den fiktionalen Weg. Unsere „Kabarett­-WG“ ist etwas skurriler als das, was die Leute sonst so in der Comedy sehen, da fällt es ihnen wohl etwas leichter.

Telefonisch, per Fax oder Mail
Karten beim "phono-forum"

Karten gibt es unter: „phono-forum“, Tel. 02373-5351, Fax 02373-392020, Mail: post@phono-forum.de

Das Schöne an dem Format ist, dass es durchgeschriebene Szenen enthält. Wie groß ist Ihr Anteil?

Ich bin inzwischen zu einer Art Chef-­Autor avanciert, gemeinsam mit Thomas Lienenlüke. Wir machen so eine Art Ping­Pong-Verfahren. Ich mache die Kommunikation mit der Produktionsfirma und der Unterhaltungschefin (vom Bayerischen Rundfunk, Red.), die uns einfach machen lässt. Und wenn Thomas und ich schreiben, entwickeln wir eine Idee gemeinsam. Es macht mir einfach sau­viel Spaß, eine skurrile Geschichte zu erzählen.

Wie viel Champagner ist geflossen, als Sie von der Grimme-Nominierung erfahren haben?

Klar, am liebsten hätten wir das Teil natürlich. Wir sind aber total bescheiden und haben uns schon über Nominierung riesig gefreut. Der Zeitpunkt war klasse, es bestand nämlich die Gefahr für unser Format, abgesetzt zu werden. Es gibt Leute, die sagen, unsere Art verwirrt den klassischen Kabarett­-Zuschauer. Mit der Grimme-­Nominierung hat sich plötzlich alles gedreht. Es gibt jetzt eine dritte Staffel.

Die „Kabarett-­WG“ hat ein Alleinstellungsmerkmal, weil eben nicht drei Typen am Bühnenrand stehen und Witze erzählen.

Es ist ein neues Genre. Man kann nicht genau sagen, was das eigentlich genau ist: ein bisschen Sitcom, ein bisschen „Schillerstraße“, ein bisschen „Pastewka“. Es ist – das muss ich zugeben – kein Champagner geflossen, sondern ehrliches Veltins. Ganz ehrlich: Ich vertrage das Brizzel­-Wasser auch nicht besonders, nicht mal Prosecco.

Sie haben gerade bei mir eine Menge Punkte gewonnen. Aber zurück in Ihrer Karriere: Sie haben am Anfang Impro­-Theater gemacht, in der „Springmaus“ in Bonn. Wie viel wird in der „WG“ improvisiert?

Es gibt wahnsinnig viele improvisierte Elemente. Wir haben bisher 45 Minuten ausgestrahlt (demnächst sind es nur noch 30), aber wir zeichnen 75 Minuten auf. Dann wird später im Studio geschnitten. Am Ende bleiben fünf bis acht Minuten Improvisation. Das ist ja das Spannende für das Publikum: Bühnenagierenden dabei zuzusehen, wie sie ohne Netz und doppelten Boden unterhalten können.

Jürgen Overkott

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Sebastian Pufpaff: „Es macht mir einfach sauviel Spaß“
Sebastian Pufpaff: „Es macht mir einfach sauviel Spaß“
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2016-02-03 13:00
Menden