Schweinerei mit Pina, Benny und Beate

Pina
Pina
Foto: Peter Müller

Halingen..  Dr. Peter Weißhaupt führt eigentlich zwei Leben: Eines verbringt er in Sümmern und kümmert sich dort mit Akribie um die Gesundheit der Zähne seiner Patienten. Das zweite findet an der Halinger Dorfstraße statt. Dort lebt der Zahnarzt zusammen mit seiner Ehefrau Sabine und den drei Minischweinchen Pina, Benny und Beate. „Die meisten Menschen haben eine falsche Vorstellung von einem Minischwein. Der Begriff ist irreführend, denn so ein Schweinchen kann bis zu 100 Kilogramm wiegen. Meine wiegen zwischen 30 und 50 Kilo“, so Dr. Peter Weißhaupt.

Das erste Schwein in der Familie war Pina. „Das ist von Bauer Korte aus Schwitten“, erklärt Dr. Peter Weißhaupt. An ihrer Entstehung könnte auch ein Wildschwein beteiligt gewesen sein. „Mein Mann hat Pina schon mit in die Ehe gebracht“, fügt Sabine Weißhaupt hinzu. Das Schweinchen ist inzwischen neun Jahre alt, es kann durchaus fünfzehn Jahre alt werden. Außerdem hat Pina kein Fell sondern Borsten, und die müssen gut gepflegt werden. Dafür haben die Weißhaupts eine Suhle angelegt, in der sich ihre drei Schweine sehr wohl fühlen.

Vor einiger Zeit kam Benny von Papenburg hinzu. Der kleine kastrierte Eber ist ein echter Ostfriese, ein „Bergsträßer Knirps“. Die dritte im Bunde ist Beate Freifrau von Eisenach, ein Peruaner Weibchen mit schönen Stirnfalten.

Schweine sind Allesfresser

Damit die Weißhaupts auch immer in der Nähe ihrer Schweine sein können, haben sie eine „Schweineterrasse“ angelegt. Dort lädt eine Bank mit gemütlichen Polstern zum Verweilen und Beobachten ein. Kaffee und Kuchen kann man dort auch genießen. Der Essbereich ist allerdings durch Tore abgesichert, denn Schweine sind bekanntlich Allesfresser – duftender Butterkuchen mit Mandeln eingeschlossen. Unter dem Dach der Terrasse ist auch noch ein Strohlager, das die Katzen als sicheren Aussichtsplatz nutzen. „Schweine kann man nicht in der Wohnung halten. Sie wühlen gerne, brauchen ihre Schlammbäder und eine Toilettenecke. Außerdem sind sie nicht dumm, sondern sehr intelligente Tiere, die sich schnell an das Verhalten ihrer Besitzer anpassen können“, erklärt Peter Weißhaupt.

Das Futter wird bei Bauer Korte angemischt. Es ist eine Art Müsli. Zwischendurch und abends gibt es Möhren und anderes Gemüse. Die eine oder andere Leckerei erhalten sie auch aus der Nachbarschaft.

Für die Tierseuchenkasse werden jedes Jahr 10 Euro fällig, und bei der Landwirtschaftskammer müssen die Schweinchen auch angemeldet werden, genau wie die Nutztiere der Bauern. „Wir hoffen, dass hier niemals die Maul- und Klauenseuche ausbricht. Denn unsere Schweine würden dann genauso behandelt wie die Tiere in der Landwirtschaft. Das wäre furchtbar“, erzählt Sabine Weißhaupt.

Inzwischen denkt das Paar über Nachwuchs nach. Bauer Korte ist bereit, ihnen einen Eber zur Verfügung zu stellen. „Wir sind uns noch nicht ganz schlüssig, aber tendieren dahin, Beate werfen zu lassen“, so Dr. Peter Weißhaupt. Im übrigen waren die Weißhaupts schon zweieinhalb Jahre lang nicht mehr im Urlaub. „Die Schweineterrasse mit unseren Lieblingen ist ein schöner Erholungsort“, so Sabine Weißhaupt.