Schulen: Rat entscheidet vor Fachausschuss

Menden..  Mit je sechs Eingangsklassen sollen das Fusions-Gymnasium und die Realschule Menden ins neue Schuljahr starten, die Gesamtschule mit fünf. Das beschloss der Stadtrat am Abend nach längerer Debatte. Die FDP hatte beantragt, der Rat möge die Entscheidung vorziehen, die erst der heute tagende Schulausschusses beraten sollte. Grund: Die nächste Ratssitzung, auf der entscheiden werden könnte, wäre am 23. Juni gewesen, und erst danach hätten die Schulen den Familien verbindliche Zusagen geben dürfen – eine Woche vor den Sommerferien. Das erschien allen zu kurzfristig.

Doch setzte sich Peter Köhler (Grüne) dafür ein, 24 Stunden zu warten und dem Schulausschuss die Entscheidung zu überlassen. Sonst werde die Fachpolitiker, Schulverwalter und sachkundigen Bürger übergangen. „Und ich weiß nicht, was es bedeuten könnte, dass die Bezirksregierung bisher nur eine Vierzügigkeit mit Option auf eine fünfte Klasse genehmigt hat.“

FDP: „Erst kratzen, wenn’s juckt“

Dem widersprach Heinz-Josef Karhoff (CDU) vehement: „Wir wollen alle dasselbe. Wir haben den Eltern unser Wort gegeben, und das in Kenntnis der Stolpersteine. Wir haben die Anmeldezahlen, wir haben die Räume – wenn Arnsberg gegen die Erfüllung des Elternwillens ist, sollen sie uns das selber sagen!“

FDP-Fraktionschef Stefan Weige stimmte dem zu: „Man soll erst kratzen, wenn’s juckt.“ So zog der Rat die Entscheidung sofort an sich – und seinen Schulausschuss damit aus dem Rennen.