Schützenbesuch mit kleinen Pannen

Fröndenberg..  Auch eine Tradition, die schon über 600 Jahre auf dem Buckel hat, darf mit etwas Humor gepflegt werden: der diesjährige Besuch der Bochumer Maischützen geriet am Sonntag zum Fest der Versprecher.Fröndenbergs Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe brachte (mal wieder, und nicht als einziger Redner am Sonntag Mittag) die richtige Reihenfolge des Bochumer Maischützengrußes „grün und blau, weiß“ durcheinander. Dann stellte er noch seine Bochumer Amtskollegen, die jedes Jahr zu diesem Termin mit in die Ruhrstadt kommen, als Schauspielerin Gaby Köster (und nicht Schäfer) vor.

Der Bochumer Junggesellenhauptmann Dominik Braun musste zunächst selbst einen Moment grübeln, die wievielte Auflage das Maiabendfest in seiner Heimatstadt in der kommenden Woche erleben wird (richtige Antwort: die 627.) und sprach dann fast von der Niederlage eines Kranzes, der traditionell am Vorabend des großen Volksfestes am Grab des Grafen Engelbert in der Stiftskirche niedergelegt wird.

Textversprecher en masse also, die Hunderte von Bochumer und Fröndenberger Schützen vor dem Stiftsgebäude vernehmen konnten, die aber von allen Besuchern mit einem breiten Grinsen quittiert wurden. Die Sonne strahlte dazu über den Besuchern und ließ die Vorfreude auf das große Maiabendfest in Bochum, zu dem auch wieder viele Fröndenberger reisen werden, greifbar erscheinen.

Graf suchte um Unterstützung

Und trotz der hörbaren Wackler: Die Geschichte dieses Festes kann jeder der Besucher im Schlaf erzählen. Sie geht so: Der in Fröndenberg bestattete Graf erhielt in der Dortmunder Fehde Unterstützung durch die Bochumer Junggesellen und gestattete ihnen zum Dank den bis heute üblichen Brauch, einen Maibaum aus Bochums Wäldern zu holen und mit ihm das große Volksfest zu finanzieren. Und als dann das bekannte Lied von den „Bochumer Jungens“ angestimmt wurde, zeigten sich ebenfalls alle äußerst textsicher.

In würdevoller Atmosphäre erfolgte dann die Kranzniederlegung in der Stiftskirche, bevor Fröndenberger wie Bochumer Gäste in der Hohenheide Schützenhalle noch gemütliche Stunden miteinander verbrachten. Gaby Schäfer hatte die Gedanken zu diesem Tag in ihren Begrüßungsworten wie folgt zusammengefasst: „Schön, dass wir alle an dieser Tradition festhalten. Insbesondere der Maiabendgesellschaft gebührt aber auch Dank, sie mit vorsichtigen und wohlüberlegten Veränderungen in die Zukunft zu führen.“