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Schürenfeld-Gegner sind standhaft

22.01.2015 | 00:12 Uhr

Langschede. Zu einem Informationsabend zum geplanten Gewerbegebiet Schürenfeld hatte Matthias Büscher von der Freien Wählergemeinschaft am Dienstagabend in den Saal der Löschgruppe Langschede eingeladen. Der Saal war voll besetzt. Besonders viele Anlieger der Bundesstraße 233 und Anwohner aus den angrenzenden Gebieten waren gekommen, um sich vom Beigeordneten Günter Freck, Bauamtsleiter Martin Kramme, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Unna (WFG), Dr. Michael Dannebom, und dessen Mitarbeiter Christoph Gutzeit über den Planungsstand informieren zu lassen.

„Wir müssen für die Zukunft Rahmenbedingungen schaffen und eine neue Gewerbefläche erschließen“, erklärte Günter Freck. Es gelte, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen, denn immerhin stünden 5700 Auspendlern nur 2300 Einpendler gegenüber. Fröndenberg böte nur 3770 Arbeitsplätze, das seien gemessen an der Einwohnerzahl zu wenige.

Der Geschäftsführer der WFG, Dr. Michael Dannebom, erläuterte das Zusammenwirken von Arbeits- und Wohnort: „Immer weniger Menschen arbeiten heute an ihrem Wohnort. Die Distanz steigt mit der Qualifikation. Wir benötigen nahe Gewerbestandorte, um Lebensmittelpunkt und Arbeiten näher zusammen zu bringen.“ Da beim Standort für eine Gewerbefläche an der Wilhelmshöhe die Stadt Unna nicht mitgespielt habe, gäbe es nur diese einzige Möglichkeit am Schürenfeld. „Wenn wir das Schürenfeld nicht entwickeln, wird es keine anderen Standorte geben“, prophezeite Dannebom. Natürlich gäbe es in Fröndenberg auch alte Gewerbeflächen, aber hohe Kaufpreise, Altlasten und der Unwille von Eigentümern, diese zu verkaufen, verhinderten oft eine zügige Vermarktung.

Christoph Gutzeit versuchte, dem Publikum anhand von zwei neu geschaffenen Gewerbegebieten in Schwerte das Schürenfeld schmackhaft zu machen, was nicht recht gelingen wollte. Nach dem Protest von Besuchern, die über das Schürenfeld informiert werden wollten, fasste er sich kürzer. Er verdeutlichte, dass dort die Planungsarbeiten bereits 1997 begonnen hätten. Bis das Schürenfeld vermarktet werden könne, werde es also noch Jahre dauern.

Bauamtsleiter Martin Kramme nahm dann zu den Verfahren Stellung. Im Moment gehe es um den Flächennutzungsplan. Erst im Bebauungsplan würden Detailfragen geklärt. Es bestünden aber keine ökologischen und wasserrechtlichen Bedenken gegen den Standort.

Nach dem Feststellungsbeschluss vom 10. Dezember 2014 sei die Akte der Bezirksregierung übergeben worden. Diese werde nun drei Monate lang geprüft. Die Entwässerung werde so ausgeführt, dass sie bei einem Jahrhunderthochwasser ausreichen würde. Regenklärbecken und Regenrückhaltebecken sollen das Oberflächenwasser regulieren und dann in den Liethebach abführen.

Die Bürgerinitiative hält das Gewerbegebiet für überflüssig, es sei ausreichend Industriebrache vorhanden, die genutzt werden könne. Besonders in der Kritik stehen bei den Gegnern die ungelösten Probleme mit der Bundesstraße 233.

Dr. Andreas Hennemann verdeutlichte die Bedenken wegen des heute schon viel zu starken Verkehrs. Er kritisierte die geplante Ampel an der Zufahrt zum Gewerbegebiet an die B233. Er rechnete auch vor, dass Erstellungskosten von 85 Euro je Quadratmeter entstehen würden, während nur 75 Euro Verkaufspreis erzielt werden könnten. Dadurch gäbe es eine Lücke von 820 000 Euro. Die Zahlen wurden durch die Planer bestätigt. Auch ansiedlungswillige Unternehmen seien nicht in Sicht.

„Wir wollen die Stadt vor einem finanziellen Desaster schützen“, so Dr. Hennemann. Karin Barkowski, Anwohnerin der B233: „Sie müssten sich einmal den Feinstaub in meiner Wohnung anschauen. Der Verkehr ist unerträglich.“ Viele Besucher waren der Meinung von Ulrike Kalisch: „Hier müssen vorrangig die Verkehrsprobleme gelöst werden.“

Peter Müller

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