Schneller nach Dortmund ab 2016

Fröndenberg..  Jetzt geht’s richtig los. Die Bagger fressen sich Stück für Stück durch das alte Beet zwischen den Gleisen. Erde bröckelt, und Sand rieselt. Alles muss raus. Im Hintergrund liegen schon die neuen Befestigungen. Aber Achtung an der Bahnsteigkante: Die Bauarbeiter drehen den Fröndenberger Bahnhof in den kommenden Monaten gleich mehrfach komplett von rechts auf links.

Mit dem ersten Spatenstich geben die Offiziellen jetzt den Startschuss für das Großprojekt. 6 Millionen Euro soll der Umbau des Fröndenberger Bahnhofs kosten. Gut zwei Jahre werden die Fahrgäste mit Behinderungen rechnen müssen. „Der Bahnhof Fröndenberg hat es sehr nötig gehabt“, sagt Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer von der DB Station & Service AG. Die ältesten Teile der weitläufigen Anlage stammen von 1908. Nach einem Umbau 1957 wurde immer nur noch nachgebessert. Barrierefreiheit ist jetzt das große Stichwort. Die Außenbahnsteige und der Mittelbahnsteig werden auf 76 Zentimeter angehoben, damit Fahrgäste demnächst stufenfrei in die Züge gelangen. Rollstuhlfahrer sollen demnächst mit drei Aufzügen zu den Gleisen gelangen (WP berichtete). Die komplette Bahnsteigausrüstung mit Dach, Lautsprecheranlagen und Bänken wird ersetzt. Von den Kosten trägt das Land NRW 0,8 Millionen Euro. Der Bund und die Bahn übernehmen mit 5,2 Millionen Euro den Löwenanteil.

Containerdorf für die Arbeiter

„Der Fröndenberger Bahnhof wird ab 2016 eine größere Bedeutung bekommen“, verspricht Michael Dubbi aus der Geschäftsleitung der regionalen Nahverkehrsgesellschaft Westfalen-Lippe. Die Hönnetalbahn erhält dann einen anderen Takt, so dass sich die Anschlussmöglichkeiten Richtung Dortmund verbessern. „Fahrgäste aus Menden können dann bis zu 20 Minuten Zeit sparen“, verspricht Dubbi. Die Modernisierung der Anlage kommt da den Verantwortlichen sehr gelegen. Parallel zum ersten offiziellen Spatenstich hat das Bauunternehmen Albert Fischer damit begonnen, auf der Seite zum Rathaus ein kleines Containerdorf aufzubauen. Ein Teil der Arbeiter soll hier wohnen. „Das ist unser bisschen Privatsphäre“, sagt der Polier. Zwischendurch lassen sich wohl auch Nachtarbeiten nicht verhindern. Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe kündigt an, dass es im Rathaus Hilfe für die „Neubürger“ gibt, falls mal was drängt.