Rodenburg war eine echte Ritterburg

Menden..  Die Rodenburg nur als kleiner Ansitz ohne echten Burg-Charakter? Diese Bewertung von Archäologen und Denkmalschützern des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe lässt Heimatforscher Heinrich Hammerschmidt so nicht gelten. Sein Modell der Rodenburg, das in der ersten Etage des Rathauses zu sehen ist, zeigt nach seiner Überzeugung zurecht eine Burg mit Türmen und Zinnen. Das Modell sei keineswegs ein Phantasieprodukt, sondern fuße auf von Wissenschaftlern der Universität Münster bestätigten Erkenntnissen, so der Mendener, der seinerzeit zum Vergleich mehr als 30 Burgen in West- und Ostdeutschland heranzog und zeichnerisch erfasste. Damit habe er auch Vergleichspunkte und Strukturen zur Rodenburg festhalten können.

Anerkennung aus der Fachwelt

Anlass für Hammerschmidts Kritik ist die jüngst auf Betreiben der Stadt erfolgte GPS-Kartierung der Rodenburg, die damit zum ersten Mal überhaupt offiziell kartiert wurde. Allerdings hieß es dabei auch, dass die Ausmaße des Domizils von Ritter Goswin für eine Burg schlicht zu klein seien (WP berichtete). Dem hält Hammerschmidt nun klangvolle Namen von Archäologen und Sprachwissenschaftlern entgegen, die ihn bei der Erstellung von Karte und Modell unterstützten. Unter anderem sei damals eine Stahlrohrsonde eingesetzt worden, um die noch vorhandenen Restmauerstümpfe zu erkennen. Aus der Fachwelt habe er für seine Arbeit mehrere Anerkennungsschreiben erhalten.