Rocker (58) will in Menden Bürgermeister werden

Bernd Maßling hat 30 Jahre lang Rockmusik gemacht. Nun will er auf die politische Bühne.
Bernd Maßling hat 30 Jahre lang Rockmusik gemacht. Nun will er auf die politische Bühne.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Resonanz auf meinen Kandidatur-Versuch ist bislang sehr positiv“, sagt Bernd Maßling. Er weiß, dass sein Rocker-Look auf den ersten Blick wenig staatstragend ist.

Menden.. Bis zum 27. Juli hat er Zeit, mindestens 240 Unterstützerunterschriften zu sammeln und seinen Wahlvorschlag einzureichen: Erst dann ist Bernd Maßling einer der Bürgermeisterkandidaten. Seine bisherigen Konkurrenten, sollte er als Kandidat antreten: Volker Fleige (SPD), Martin Wächter (CDU), Stefan Weige (FDP) und Bruno Homberg (UWG). „Die Resonanz auf meinen Kandidatur-Versuch ist bislang sehr positiv“, sagt der 58-Jährige. „Diese positive Resonanz ist aber auch erschreckend: Sie zeigt ja, dass im System etwas im Argen ist.“

Unterschriftenlisten liegen aus

Die Idee, sich einmal als Bürgermeister für seine Heimatstadt einzubringen, sei nicht neu: „Ich hatte immer schon mal überlegt, mich in die Entwicklung der Stadt einzubringen“, sagt Bernd Maßling. In letzter Zeit hätten ihn immer mehr Menschen angesprochen und ihm geraten: „Mach’ doch mal!“ Er habe sich informiert, wie eine Kandidatur aussehen müsse und dann losgelegt. Seine Unterschriftenlisten liegen seit knapp zwei Wochen in den Kneipen „Am Dicken Baum“, „Am Turm“ und im „Museumskeller“. Rund 100 Unterschriften hat er zusammen, schätzt der 58-Jährige.

Bernd Maßling hat kein Parteibuch, ist politisch interessiert und verfolgt die wichtigen Entscheidungen in Menden mit. Auf eine politische Richtung könne er sich nicht festlegen. Konkrete Punkte auf seiner Wahlkampf-Agenda nennt er noch nicht, sondern sagt generell: „In Menden muss sich etwas verändern. Der Umgang mit den Bürgerwünschen lässt stark zu wünschen übrig. Es muss mehr Transparenz her.“ Vieles werde in Menden nach „Parteiproporz“ entschieden, der normale Bürger verstehe diese Entscheidungen nicht. Deswegen sei es wichtig, dass „jemand von außen“ komme.

Was entgegnet er Kritikern, die seine Kandidatur als Satire eines langjährigen Theatermachers ansehen? „Das ist völliger Unsinn. Wenn ihr mich zum Bürgermeister wählt, dann werde ich das Amt auch antreten.“

Bernd Maßling weiß, dass sein Rocker-Auftreten auf den ersten Blick wenig staatstragend ist: „Ich sehe vielleicht aus, wie einer, der sich nicht benehmen kann. Das kann ich aber.“ Und: „Wenn Du polarisierst, dann haben die Leute wenigstens eine Meinung von Dir.“

Wahlkampf mit Plakaten und großen Aktionen will Bernd Maßling auch als möglicher Bürgermeister-Kandidat nicht machen: „Das verbrennt nur Geld.“

Zur Person

Bernd Maßling ist 58 Jahre alt.

Er ist gebürtiger Mendener, besuchte das Walram-Gymnasium und absolvierte nach seinem Fachabitur eine Ausbildung zum Schlosser.

In Hamburg hat er Maschinenbau studiert.

Er ist mit Rock-Bands aufgetreten: „30 Jahre lang bin ich mit Kapellen durchs Land gezogen und habe Musik gemacht.“

Seit 2000 engagiert er sich bei der Katastrophen-Kultur und steht auch als Schauspieler auf der Bühne im Scaramouche.