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Verkehrskontrolle

Richtiges Anhalten will gelernt sein

09.02.2012 | 17:48 Uhr
Richtiges Anhalten will gelernt sein
Fahrschulmitarbeiterin Ann Christin trank zwei Alcopops und musste dann zum Alkoholtest antreten. Das Ergegnis: 0,52 Promille. Damit wäre der Führerschein erst einmal weg gewesen.

Menden.Selbst langjährigen Autofahrern kann es mulmig werden, wenn sie plötzlich im Rückspiegel ein Polizeiauto mit der Aufforderung „Bitte anhalten“ sehen. Damit gerade junge Fahranfänger in so einer Situation nicht in Panik geraten, gab es bei Andys Fahrschule Nachhilfeunterricht: „Wie verhalte ich mich in einer Verkehrskontrolle richtig?“

„Immer wieder wurden wir von Fahrschülern gefragt, wie man reagieren soll, wenn man von der Polizei angehalten wird“, erklärt Andy Barta von Andys Fahrschule. „Viele Schüler haben Angst oder haben als Beifahrer schon mal schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Das kann das ganze Autofahrerleben prägen“, so Barta weiter. Um den Fahranfängern so viel Ungewissheit wie möglich zu nehmen, beantwortete Barta in Zusammenarbeit mit Polizeihauptkommissar Dietmar Berendes alle Fragen der Fahrschüler.

Die Schüler hatten im Vorfeld die Gelegenheit, ihre Fragen aufzuschreiben und so prasselte ein beachtlicher Batzen an Fragen auf Hauptkommissar Berendes ein: Was ist, wenn ich angehalten werde und meine Brille vergessen habe? Das kostet 25 Euro. Muss ich bei einer Kontrolle aussteigen? Nein, erst wenn die Polizei einen begründeten Verdacht hat, zum Beispiel Alkoholgeruch wahrnimmt. Ab welcher Geschwindigkeitsüberschreitung werde ich geblitzt? Ab 7 km/h zu schnell kann geblitzt werden, innerhalb geschlossener Ortschaften kostet diese Nachlässigkeit dann 15 Euro. Geduldig beantwortete der Hauptkommissar alle Fragen.

Aber Dietmar Berendes erklärte nicht nur den genauen Ablauf einer allgemeinen Verkehrskontrolle, besonders die Themen Alkohol und Drogen am Steuer lagen dem Hauptkommissar am Herzen. „Bei einer Kontrolle muss man nicht zugeben, dass man Drogen genommen oder Alkohol getrunken hat. Aber in 99 Prozent der Fälle erwischen wir euch“, ermahnte Berendes die jungen Erwachsenen.

Um zu veranschaulichen, wie wenig Alkohol man trinken muss, um die zulässige Promillegrenze von 0,3 zu überschreiten, fungierte Fahrschulmitarbeiterin Ann Christin König als Versuchskaninchen und trank während der Unterrichtsstunde zwei Alcopops. „Gerade die Wirkung der Alcopops wird oft unterschätzt. Durch den Zucker geht der Alkohol schneller ins Blut, ist aber gleichzeitig kaum zu schmecken“, erklärt Dietmar Berendes.

Zum Ende der Stunde musste Ann Christin dann in das berüchtigte Röhrchen pusten. Das Ergebnis überraschte nicht nur die Testerin selbst: 0,52 Promille. Diese Alkoholkonzentration hätte automatisch ein Fahrverbot und Bußgeld zur Folge, egal ob man einen Unfall verursacht hat oder nicht. „Diese Stunde war für alle sehr lehrreich. Wir überlegen, dass zweimal im Jahr zu wiederholen“, resümiert Andy Barta.

Leonie Prym

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