Religiöse Gefühle werden auf brutalste Weise verletzt

Charlie-Hebdo-Wagen beim Karnevalsumzug der Mendener Karnevalsgesellschaft am Tulpensonntag. „Menden est Charlie.“ Ist das wirklich wahr? Ist es wahr, dass die Mehrheit der Mendener Bürger sich solidarisch mit den Inhalten eines solchen Satire-Magazins erklärt ?


Voltaire sagte einmal sinngemäß: „Ich stimme nicht mit dem überein, was Sie zu sagen haben, aber ich werde bis zu meinem Tode das Recht verteidigen, dass Sie es sagen dürfen.“ Jeder freiheitsliebende Mensch schließt sich diesen Worten vorbehaltlos an.


Das Recht auf freie Meinungsäußerung schließt das Recht auf freie Meinungsbildung mit ein. Jeder freie Mensch entscheidet für sich selbst, mit welchen Äußerungen er sich gemein macht und von welchen er sich distanziert. „Charlie Hebdo“ war oder ist ein Machwerk, das Menschen in ihrem religiösen Glauben auf brutalste Weise verletzt. Dort geht es nicht nur um eine teilweise durchaus berechtigte Kritik am Verhalten des Klerus, sondern um eine blasphemische Verunglimpfung von Religion im Allgemeinen. Muslime reagieren auf solche Beleidigungen sehr viel sensibler als beispielsweise Christen und Juden.


Wenn sich unsere säkularisierte Gesellschaft schützend vor die stellt, die eine solche Satire zu verantworten haben, darf das nicht bedeuten, dass sie sich auch automatisch mit deren Inhalten gemein macht.


Rainer Schwanebeck,
Menden